Kategorie: Blog-Archiv

Hinweis in eigener Sache:

Sie finden auf meinen Seiten Beiträge, die sich auf meine persönlichen Erfahrungen mit Düften und Kräutern beziehen. Diese Artikel verstehen sich keinesfalls als Ersatz für eine medizinische oder physiotherapeutische Beratung oder Behandlung. Ein Besuch beim Arzt Ihres Vertrauens, bei Ihrem Physiotherapeuten, Ihrem Masseur oder auch Ihrem Apotheker kann dadurch nicht ersetzt werden.

Die in den Beiträgen angeführten Rezepturen stellen lediglich Beispiele dar und auch sie können eine persönliche Beratung nicht ersetzen. Eine fachkundige Beratung und Betreuung ist auch auf dem Gebiet der ätherischen Öle und Kräuter immer eine persönliche Angelegenheit. Sollten Sie meine Rezepte anwenden, so liegt das in Ihrem eigenen Verantwortungsbereich. Ich übernehme dafür keine wie immer geartete Haftung!

Bitte finden Sie hier das Archiv der KräuterKraftKreis Blog-Artikel. Alle aktuellen Artikel finden Sie auf www.kleindienst-john.at.

Die Gundelrebe (oder auch Gundermann)

Gundelrebe

Glechoma hederacea – die Gundelrebe, so heißt die Pflanze in Österreich. In Deutschland nennt man sie Gundermann, da ist sie männlich. Was soll’s! Wir haben es mit einem Lippenblütler zu tun.

Mit der Gundelrebe haben wir ein altes Heilkraut in Händen, das uns besonders bei Wunden und Schrunden helfen kann. Aber es ist auch ein Kräutlein, das den guten Ruf besitzt, bei Halsentzündungen oder auch Zahnfleischentzündungen Wirkung zu zeigen. Hildegard v. Bingen nannte es das Kräutlein Wohlgemut und empfahl es zur Hebung der Stimmung allgemein. Sebastian Kneipp fand, dass es ein hilfreiches Kraut gegen Blasen- und Darmleiden sei. Leonhard Fuchs schrieb in seinem New kreüterbuch (1543), dass die Pflanze gegen Hüftweh, Gelbsucht, Leberleiden und als harn- und schweißtreibendes Mittel gegen Gifte eingesetzt wurde.

Heute wird die Gundelrebe gegen Abszesse, Tumore und Augenprobleme verwendet und Kräuterkundige der TCM behandeln damit auch Lungenentzündung und Nephritis (= eine chronisch entzündliche Nierenkrankheit).

Rund um unsere Pflanze gibt es regional unterschiedliche Mythen. Das kann man auch als Hinweis sehen, dass die Pflanze bereits bei den germanischen Völkern als Heil- und Zauberpflanze Verwendung fand. Als Heil- und Schutzzauber sollte die Gundelrebe gegen Krankheiten wie Pest wirken, aber auch gegen Hexen und Milchzauber hilfreich sein.

Gundelrebe wird selten im Garten speziell angebaut. Im Gegenteil, sie gehört zu den (Un)Kräutern – ich bezeichne sie lieber als Beikraut – und in der Regel wird sie wild gesammelt. Lediglich in mittelalterlichen Klostergärten wurde sie gelegentlich als Heilpflanze gezogen. Heute findest Du sie auch in Ziergärten – im Handel gibt es sogar mehrere Zuchtformen.

Hier noch ein Rezept für eine deftige Erdäpfelsuppe mit Gundelrebe:
5 große Erdäpfel
1 Karotte
1/2 Sellerie
1 kleine Zwiebel
etwas Öl
100 g Schinkenspeck
3 Handvoll Gundelrebe
1 Handvoll Brennnessel
Erdäpfel und Gemüse würfeln und im Salzwasser weichkochen. Zwiebel und Speck in Öl anrösten, Brennnesseln dazugeben, dann mit ein wenig Mehl stauben und mit Gemüsesuppe aufgießen.

 

 

 

Zeichnen

Jeder, der mich ein wenig kennt, weiß, dass ich nicht nur gerne schreibe, sondern auch sehr gerne zeichne. Ja, eine Zeit lang habe ich mich sogar ernsthafter damit beschäftigt, aber es ist im Laufe der Jahre immer weniger geworden. Dennoch: Die Natur löst immer wieder dieses „Mach’s doch wieder“ in mir aus. Ich möchte Dich hier damit ein wenig dazu animieren, es einmal zu versuchen (wenn Du es nicht eh schon länger machst). Ich nehme mir ein Blümchen, ein Blatt, eine Frucht als Vorlage. Manchmal auch ein Foto, das ich irgendwann einmal geschossen habe. Aber meist ist es tatsächlich so, dass ich mich mit meinen Buntstiften und einem Zeichenblock in die Sonne setze und …

Viel Vergnügen beim Nachmachen!

 

Bunte Herbstblätter

Jetzt ist er also wirklich da, der Herbst! Weil das Wetter aber so unterschiedlich war, ist vieles, was um diese Jahreszeit zu tun wäre, schon erledigt… Im Garten leuchten die Herbstblumen allerdings jetzt um die Wette – eine wahre Augenweide!

Wir schreiten auf die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche zu: am 21.9. ist es so weit! Man nannte diese Zeit auch „Mabon„. Es ist eine sogenannte „Schwellenzeit“: das Jahr beugt sich nun in Richtung des dunklen Teils – der Winter naht bald. Aber noch ist es ja nicht so weit und wir können uns an wunderschönen Herbsttagen erfreuen…

Wir befinden uns in der Zeit des Erntedankes – rundum finden Erntedankfeste statt. Und es ist wirklich Zeit, für die Fülle, die uns der vergangene Zeitabschnitt geschenkt hat, zu danken!

Aber zurück zu Mabon: wer oder was war das eigentlich? Mabon war der Sohn der keltischen Muttergöttin Modron, die als Erdenmutter betrachtet wurde. Interessantes dazu können Sie auch auf einer anderen Internetseite lesen (klick!). Und auch hier gibt’s Interessantes dazu (klick!).

Ich finde, es ist eine gute Zeit, sich mit einem Räucherritual auf diese Zeitenwende einzustellen. Dazu mische ich gerne Johanniskraut (um das Licht mitzunehmen), Beifuß als Schutzpflanze, sowie – neben Weihrauch und Myrrhe, die bei mir nie fehlen dürfen – mit einigen im Sommer gesammelten Pflanzenteilen. Wir räuchern mit dieser ganz persönlichen Mischung im und um das Haus und den Garten. Probieren Sie’s doch auch – Sie werden merken, dass Sie diese Veränderung besser verkraften und duften tut’s nebenbei auch noch!

Viel Vergnügen in den kommenden bunten Tagen!

Mädesüß und Baldrian

Schwer hat man’s, wenn man ein Neuling beim Pflanzenbestimmen ist. Auch mir fällt es nicht immer ganz leicht, eine Pflanze genau zu definieren. Kein Meister ist vom Himmel gefallen! Aber man kann’s lernen – es ist gar nicht so schwer!

Worauf muss man beim Bestimmen zumindest achten?

Zuallerst möchte ich festhalten: eine Pflanze abzupflücken oder gar auszureißen, das sollte man unterlassen! Man kann eine Pflanzenbestimmung am besten direkt vor Ort mit Hilfe eines guten Bestimmungsbuches machen.

Zuerst schauen wir uns den allgemeinen Wuchs an:

  • Wie ist der Stängel? Glatt, riffelig, gleichmäßig grün oder irgendwie gefleckt, behaart?
  • Wenn ich eine Blüte finde, wie sieht sie allgemein aus? Im Detail: wieviele Blütenblätter, vor allem auch, welche Farbe hat die Blüte?
  • Handelt es sich um eine Dolde oder eine Einzelblüte?
  • Und dann das Blatt: wie ist es geformt?
  • Wenn mehrere Blätter: gibt es eine Blattrosette? Stehen sich die Blätter genau gegenüber (gegenständig)? Sind sie in jeder „Etage“ andersrum gedreht? (Wechselständig gegenständig) Stehen sie als Einzelblatt? Oder wie sieht das Blattwerk überhaupt am Stängel aus?
  • Und nicht zu unterschätzen ist natürlich der Standort der Pflanze!

Mit all diesen Informationen können wir nun zur Tat schreiten, unser Pflanzenbestimmungsbuch öffnen und nach der richtigen Pflanze suchen.

Unterschiedliche Blätter

Hier erst einmal einen typischen Blattstand und eine typische Blattform für den Baldrian (Valeriana officinalis):

Man sieht, dass die Blätter „gefiedert“ sind und sich paarweise gegenüber stehen, also ein Blatt steht einem zweiten Blatt genau gegenüber. Im Bestimmungsbuch findet man dazu die Information „ein Baldrianblatt besitzt 3-14 Fiederpaare sowie eine Endfieder“. Wenn wir uns also eines dieser Blätter ansehen, erkennen wir, dass ein Blatt 4 Fiederpaare besitzt und das andere 3. Die unteren Blätter besitzen einen Stiel, während die oberen Blätter direkt am Stängel sitzen. Und beim genauen Blick auf die Blätter finden wir auch, dass sie gezackte Ränder besitzen.
Der Stängel des Baldrians ist „geriefelt“.

Beim Mädesüß (Filipendula ulmaria) finden wir völlig andere Blattformen! Werfen wir einmal einen Blick darauf:

Wir finden hier „wechselständige“ Blätter vor. An einem Blattstiel befinden sich kleine, paarig angeordnete Blättchen – „Seitenfiedern“, die ein wenig eiförmig erscheinen, mit ausgezackten Rändern und einer Spitze. Und am Ende jeden Blattstiels sitzt ein fast immer dreigeteiltes Blatt, auch dieses ist gezähnt. Die Blätter sind eher derb, wenn wir sie befühlen.

Der Stängel des Mädesüß ist aufrecht und – je höher die Pflanze gewachsen ist – auch im oberen Teil sehr biegsam. Er fühlt sich „kantig“ an.

Gehen wir mit unserem Blick ein wenig höher zu den Blüten

Die Baldrianblüte ist genaugenommen ein doldiger Blütenstand. Baldrian gehört zu den Valerianaceae, den Baldriangewächsen, die ihrerseits wiederum eine Untergruppe der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) sind. Übrigens kommt der Name „Caprifoliaceae“ aus dem Lateinischen: „Capri“ = die Geiß, „folia“ = das Blatt – gar nicht sooo schwer zu übersetzen…

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bild links zeigt die Baldrianblüte vor dem Aufblühen, am Bild rechts (drei Tage später) ist die Blüte bereits offen. Es handelt sich um die gleiche Pflanze! Man kann hier auch erkennen, dass sich der Stängel stark gestreckt hat.

Die Blüten des Baldrians können übrigens farblich variieren, es gibt nicht nur weiße Blüten, sondern oftmals auch rosafarbene:

Typisch ist für den Baldrian-Blütenstand auch die halbkugelige Form. Die einzelne Blüte ist – je nach Standort und Sorte – zwischen 3 und 8 mm lang, ist leicht trichterförmig (wenn man ein Blütchen herauszupft, ist das gut zu erkennen) und besitzt 5 Blütenblättchen.

Den Blütenstand des Mädesüß, es gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae), nennt man „endständige Doldentraube“. Sie ist immer etwas einseitig gewachsen, denn die Seitenzweige dieser Doldentraube sind teilweise länger als die Hauptachse.

Linke Abbildung: noch nicht ganz aufgeblüht, rechts knapp vor dem Verblühen.

 

 

 

 

 

 

Auf dem linken Bild sieht man deutlih die unterschiedlich hohen Seitenzweige.

Die einzelne Blüte der Mädesüß-Dolde ist – wie bei allen Rosengewächsen – fünfblättrig. Die Blüten öffnen sich immer gruppenweise, niemals die gesamte Blüte auf einmal.

Und jetzt noch zum Geruch

Auch der Duft der Pflanzen hilft uns, sie einzuordnen!

Baldrian: Die Blüten und Blätter riechen herb-krautig. Die Wurzel (die wir im Herbst graben können) riecht penetrant nach Schweißfüßen, man kann ihn auch mit dem Geruch rolliger Katzen vergleichen.

Mädesüß: Da duftet es nach Marzipan, süßlich und fast betäubend.

Zur Ergänzung die Inhaltsstoffe

Was wir natürlich bei der Pflanzenbetrachtung nicht sehen können, sind die Inhaltsstoffe der Pflanzen. Ich möchte Sie Ihnen hier aber nicht vorenthalten.

Baldrian

Beim Baldrian werden in der Volksheilkunde die Wurzeln verarbeitet. Sie enthalten ätherisches Öl (das natürlich auch in der Aromatherapie eingesetzt wird), Valerensäure, Gerbstoffe, Glykoside, Alkaloide und Valepotriate. Diese Kombination wird vor allem bei Nervenleiden und Schlafstörungen geschätzt.
Baldrian hat sich auch als schmerzstillend, krampflösend und blutdrucksenkend erwiesen.

Mädesüß

Die Inhaltsstoffe des Mädesüß finden wir sowohl in den Blüten, den Blättern als auch in der Wurzel: Gaultherin, Salicylsäure, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Flavonglykoside, Heliotropin und Vanillin.
Mädesüß hat sich volksheilkundlich vor allem als schmerzlindernd, harntreibend, schweißtreibend und blutstillend erwiesen. Die schmerzlindernde Eigenschaft brachte die Pharmazie auch dazu, daraus das Aspirin zu entwickeln.

 

Erdrauch

Nein, nein, die Erde raucht nicht! Der Erdrauch ist eine hübsche Frühlingspflanze und heute hab ich im Garten einer Freundin welchen entdeckt, der sich dort von alleine angesiedelt hat… Der Erdrauch gehört zu den Mohngewächsen (Papapveraceae) und ist ein zartes Kraut, das einen mageren, eher kalkhaltigen Boden bevorzugt. Ich finde ja, er schaut nicht wirklich wie ein Mohngewächs aus, das stelle ich mir ja etwas anders vor. Aber schön ist er, der Erdrauch!

Das Kraut für Unsichtbarkeit

Man hat den Erdrauch in früheren Zeiten – schon bei den Kelten und Germanen -gerne zum Räuchern verwendet. Er ist und war auch ein magisches Kraut. Viele Geschichten ranken sich um die zarte Pflanze! Die Alchemisten verwendeten ihn vor allem dazu, sich „unsichtbar“ zu machen.

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe des Erdrauchs (Fumaria officinalis) bestehen vorwiegend aus Bitterstoffen, Harz, Schleim, Alkaloiden, Flavonoiden, Fumarsäure und Cholin. Er wird gerne auch als entkrampfendes Kraut bei Gallenbeschwerden eingesetzt. Das macht sich auch die Phytotherapie unserer Zeit zunutze.

Aber man hat den Erdrauch in der Volksmedizin auch für die Hilfe bei chronischen Ausschlägen, bei Hautunreinheiten und Akne eingesetzt, auch gegen Hämorrhoiden und als harntreibendes Mittel wurde er verwendet.

Und heute?

Wir können ihn heute gut in eine Teemischung gegen Krampfadern geben: gleiche Teile Erdrauch, Zinnkraut, Schafgarbe, Birkenblätter, Brennnesselwurzeln und Buchweizen werden gemischt und täglich drei Esslöffel dieser Mischung in 1 Liter Wasser gegeben. Ausnahmsweise einmal den Tee aufkochen, danach noch ca. 10 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee wird in kleinen Portionen über den Tag verteilt getrunken. (Das Rezept stammt aus dem Buch: „Die Kräuter in meinem Garten“ von Siegrid Hirsch und Felix Grünberger, erschienen im Freya-Verlag. Blick ins Buch: Klick! )

Der Tee wirkt für die Galle beruhigend und unterstützend, er kann aber auch den Cholesterinspiegel regulieren.

Geben wir den Erdrauch in einen Frühlingssalat, dann wirken seine Bitterstoffe gut (aber Achtung: allzuviel ist leider ungesund!)

Erdrauch ist aber auch ein Kraut, das die Fruchtbarkeit fördern kann und sollte daher auch in keiner Teemischung fehlen, die bei Kinderwunsch zusammengestellt wird.
Weitere Anwendungsgebiete: Migräne, Depressionen, Stimmungsschwankungen (Himmelhoch-jauchzend-zu-Tode-betrübt sein).

Hilfreich auch als Tinktur (Ansatz bitte mit 38%igem Korn oder Wodka).

Gartenfreuden

Im Frühling blühen uns wunderbare Gartenfreuden: dort blüht eine frühe Tulpe, hier sind Veilchen – oh wie schön: Und da blüht bereits der Beinwell! In jeder noch so kleinen Ecke grünt und blüht es!

Zeit also, sich ein paar Gedanken zur Gartenarbeit zu machen!

Leider sieht man heuer noch kaum mal eine Biene. Hummeln, ja die gibt es noch, sogar noch einige. Aber wo sind die Bienen? In unserer Nachbarschaft stehen ein paar Bienenstöcke, und so hab ich mal nachgefragt. „Leider“, so die Antwort, „wird auch in unserer schönen Umgebung zu viel Kunstdünger gestreut.“ Und weiter: „…und der Winter hat den kleinen Sumsern auch ziemlich zugesetzt.“

Da hab ich doch letzthin ein sehr beklemmendes Buch zu lesen bekommen: Es heißt „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde. Sie beschreibt in drei unterschiedlichen Geschichten, die aber dennoch eng zusammengehören, wie die Bienen letztlich aus unserem Leben verschwanden und was das für die Menschen bedeutet… Und dann sieht man kaum ein Bienchen!

Ich kann nur an alle Menschen appellieren, mehr FÜR diese nützlichen Helfer zu tun! Denn ohne Bienen hätten wir bald keine Früchte mehr, die es zu ernten gäbe, wir hätten kaum Blumen in unseren Gärten, und der Gedanke allein, dass diese Fiktion Wahrheit werden könnte, macht Angst!

Aber ich möchte hier nicht nur Schwarzmalen. Der Garten braucht uns jetzt, gerade eben scheint auch die Sonne strahlend vom Himmel. Was hält uns da noch im Zimmer? Also machen wir einen Gartenrundgang. Hier einige fröhliche Frühlingsimpressionen aus meinem Garten….

Beinwell

Beinwell

Goldlack blüht

Goldlack blüht

Diese Tulpe kann gar nicht genug von der Sonne kriegen!

Diese Tulpe kann gar nicht genug von der Sonne kriegen!

Der alte Pfirsichbaum blüht wieder!

Der alte Pfirsichbaum blüht wieder!

Pflanzen des Jahres 2018

Alle Jahre wieder gibt es eine Anzahl von „Pflanzen des Jahres“.

Hier eine kleine Übersicht über jene Pflanzen, denen in diesem Jahr mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird:

Zur Wildblume des Jahres 2018 wurde der Langblättrige Ehrenpreis (Veronica longifolia) gewählt.
Die Staude des Jahres 2018 ist die Taglilie (Hemerocallis).
Als Heilpflanze des Jahres 2018 steht der Ingwer (Zingiber officinalis).
Zum Unterschied dazu gibt es auch eine Arzneipflanze des Jahres 2018, es handelt sich dabei um den Andorn (Marrubium vulgare).
Dann finden wir noch eine Duftpflanze des Jahres 2018: Diese Ehre wurde der Minze (Mentha piperita) heuer zuteil.
Und auch einen Baum findet man in dieser illustren Reihe. Der Baum des Jahres 2018 ist die Esskastanie, Edelkastanie oder auch Maroni (Castanea sativa) genannt.

(Ich bin mir ehrlich gestanden nicht sicher, ob ich nicht noch eine „Pflanze des Jahres 2018“ vergessen habe. Wenn dem so ist, bitte ich um Nachsicht…)

 

 

Bergkräuterwanderung

Edelweiß

Bei unserer Bergkräuterwanderung auf der Rax im südlichen Niederösterreich fanden wir eine Fülle an wunderschönen Blumen.

Wir starteten bei der Bergstation der Rax-Seilbahn und gleich nach wenigen Metern hielten wir bei unserer ersten Station: eine typische Almwiese. Alpen-Milchlattich, Berg-Johanniskraut, Alpen-Dost, Bach-Nelkenwurz und viele andere wurden bestimmt und natürlich auch fotografiert…

BergkräuterWeiter ging es und wir wurden begleitet von Frauenmantel, Baldrian und Knabenkräutern, Huflattichblätter, Pestwurz (bereits verblüht), Eisenhut (knapp vor dem Aufblühen) und interessante Gräser (beispielsweise ein „selbstgebärendes“ Gras, das in seinen Spitzen die jungen Pflanzen bereits fertig macht und sie dann auf die Erde „wirft“), Sonnenröschen u.v.a.m.

Vor dem Ottohaus – am sogenannten Praterstern – wachsen derzeit Edelweiß und Steinraute, knapp daneben dann im Alpengarten auch Türkenbundlilie und Enzian.

Bunte Bergblumenwiesen – eine wahre Pracht!

Bergkräuter 1Danke an unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Euer Interesse! Im kommenden Jahr werden wir unsere Rax-Wanderung sicherlich wiederholen, aber auch dem Gebiet des Hochwechsels werden wir uns fotografisch annähern… Infos dazu finden Sie, geneigte Leserin, geneigter Leser, ab September im Terminkalender unserer Homepage.

Pflanzeninhaltsstoffe

Tinkturen

Vor wenigen Tagen habe ich im Österreichischen Verband für Radiästhesie und Geomantie in Wien einen Vortrag zum Thema Pflanzeninhaltsstoffe gehalten.

Sie haben die Möglichkeit, diesen Beitrag auf YouTube anzusehen. Hier finden Sie den Link dazu (klick!).

Viele Pflanzen können heute – aufgrund ihrer Inhaltsstoffe – medizinisch genutzt werden. In früheren Zeiten wurde in der Volksheilkunde bereits eine Reihe davon angewendet, ohne dieses chemische Hintergrundwissen. Einige der Informationen unserer heutigen Zeit verunsichern. Teilweise zu unrecht, teilweise mit gutem Grund. Aber sehen Sie bitte selbst!

Kulturerbe Semmeringbahn


1842 wurden die Bahnstrecke Wien-Gloggnitz und 1844 die Strecke Mürzzuschlag-Graz
eröffnet. Die Semmeringstraße verband diese beiden Eisenbahnstrecken mehr als ein Jahrzehnt lang miteinander. Täglich quälten sich schwerstbeladene Fuhrwerke über die Straße. Gespanne mit bis zu zwölf Pferden waren keine Seltenheit. Durch die günstige Verbindung mit der Bahn bis zum Fuße des Semmerings nahm der Reiseverkehr stark zu und die neue Semmeringstraße wurde sehr stark frequentiert.

Besondere Ereignisse waren die Transporte der Dampflokomotiven von Gloggnitz aus nach Mürzzuschlag. Die Lokomotiven kamen von der Wiener Lokomotivfabrik und wurden mit bis zu 40 Pferden bespannt um die Passstraße bewältigen zu können.
Es sollte allerdings nicht mehr lange dauern, bis auch der Semmering durch die Eisenbahn bezwungen werden konnte.
Die ersten dahingehenden Überlegungen stammen von Franz Xaver Riepl aus dem Jahr 1829. Für die Ausführung dieser Pläne waren aber die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben.

Erzherzog Johann

Auch Erzherzog Johann beschäftigte sich mit der Überquerung des Semmerings durch eine Bahnlinie. Er beauftragte einige Pionieroffiziere mit der Erkundung der Möglichkeiten. Verschiedene Vorschläge wurden gemacht, einer davon war, die Eisenbahn von Gloggnitz bis Schottwien zu verlängern und dann die Passhöhe auf der Steilstrecke mit dem Vorspannen von Pferden zu bezwingen

Allerdings wurde dann ernsthaft der Vorschlag von Karl Kreissler überdacht, der die Trasse von Gloggnitz nach Payerbach verlängern und dann im Tal des Preiner Baches weiterführen wollte. Vom Talschluss aus sollte dann ein 6 km langer Tunnel durch die Kammalpe bis Spital am Semmering getrieben werden. Genaugenommen kann man das als die erste Idee für einen Basistunnel durch den Semmering ansehen. Auch dieser Plan wurde verworfen.

Karl Ritter von Ghega

Schließlich wurde am 27. Juni 1848 ein Dokument unterzeichnet, in dem Karl Ritter von Ghega die Erlaubnis zur Planung und Errichtung der Semmeringbahn erhielt. Insgesamt waren am Bahnbau ca. 20.000 Arbeiter beschäftigt.
Die Strecke wurde in 14 Abschnitte eingeteilt. Der schwierigste Abschnitt war der Scheiteltunnel. Die Probleme entstanden vor allem auch durch die vielen verschiedenen Gesteinsschichten, dem Gebirgsdruck und den unterirdischen Quellen.

Pannen und Tote

Der Bau verlief nicht immer frei von Unfällen und Pannen. Bei der Trassenführung durch die Weinzettelwand im Adlitzgraben beispielsweise starben bei einem Felssturz 14 Arbeiter.
Auch sonst gab es so manchen Toten: nicht nur bei Arbeitsunfällen, sondern auch durch Cholera und Typhus starben während der Bauzeit an die 800 Menschen.
Die letzten Gleise wurden am 12. Oktober 1853 in der Nähe der Kalten Rinne verlegt. Damit war die Strecke zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag durchgehend befahrbar.
Am 12. April 1854 fuhr Kaiser Franz Josef zum ersten Mal über den Semmering.

Als kühner Vorreiter aller Gebirgsbahnlinien genießt die Semmeringbahn noch heute die Bewunderung der Welt.
Sie besteht aus 16 teilweise mehrstöckigen Viadukten, 15 Tunnels, 142 Hochbauten, 129 Brücken, künstlichen Wänden und Stützmauern. Letztlich wurde sie in nur sechs Jahren errichtet.

UNESCO-Weltkulturerbe

Im Jahr 1993 wurde die Semmeringbahn zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Der Bahnhof Semmering galt bei seiner Errichtung übrigens als höchster Punkt der Erde, der mit einer Gebirgsbahn erreicht werden konnte.
Und natürlich kann man auch heute noch mit der Bahn den Semmering besuchen: beispielsweise könnte man mit dem „Gondoliere“ von Wien nach Triest reisen und diese Fahrt vorzeitig am Semmering unterbrechen…

Kulturwanderung

Wir werden bei unserer Natur-Kulturwanderung am 25. Juni 2017 einen Teil des sogenannten Bahnwanderwegs begehen und dabei natürlich auch über die Pflanzen und die Geologie des Semmering-Gebietes erzählen, ebenso wie über weitere interessante geschichtliche Details.

Anmeldungen sind noch möglich!