Kategorie: Blog-Archiv

Hinweis in eigener Sache:

Sie finden auf meinen Seiten Beiträge, die sich auf meine persönlichen Erfahrungen mit Düften und Kräutern beziehen. Diese Artikel verstehen sich keinesfalls als Ersatz für eine medizinische oder physiotherapeutische Beratung oder Behandlung. Ein Besuch beim Arzt Ihres Vertrauens, bei Ihrem Physiotherapeuten, Ihrem Masseur oder auch Ihrem Apotheker kann dadurch nicht ersetzt werden.

Die in den Beiträgen angeführten Rezepturen stellen lediglich Beispiele dar und auch sie können eine persönliche Beratung nicht ersetzen. Eine fachkundige Beratung und Betreuung ist auch auf dem Gebiet der ätherischen Öle und Kräuter immer eine persönliche Angelegenheit. Sollten Sie meine Rezepte anwenden, so liegt das in Ihrem eigenen Verantwortungsbereich. Ich übernehme dafür keine wie immer geartete Haftung!

Bitte finden Sie hier das Archiv der KräuterKraftKreis Blog-Artikel. Alle aktuellen Artikel finden Sie auf www.kleindienst-john.at.

Bergkräuterwanderung

Edelweiß

Bei unserer Bergkräuterwanderung auf der Rax im südlichen Niederösterreich fanden wir eine Fülle an wunderschönen Blumen.

Wir starteten bei der Bergstation der Rax-Seilbahn und gleich nach wenigen Metern hielten wir bei unserer ersten Station: eine typische Almwiese. Alpen-Milchlattich, Berg-Johanniskraut, Alpen-Dost, Bach-Nelkenwurz und viele andere wurden bestimmt und natürlich auch fotografiert…

BergkräuterWeiter ging es und wir wurden begleitet von Frauenmantel, Baldrian und Knabenkräutern, Huflattichblätter, Pestwurz (bereits verblüht), Eisenhut (knapp vor dem Aufblühen) und interessante Gräser (beispielsweise ein „selbstgebärendes“ Gras, das in seinen Spitzen die jungen Pflanzen bereits fertig macht und sie dann auf die Erde „wirft“), Sonnenröschen u.v.a.m.

Vor dem Ottohaus – am sogenannten Praterstern – wachsen derzeit Edelweiß und Steinraute, knapp daneben dann im Alpengarten auch Türkenbundlilie und Enzian.

Bunte Bergblumenwiesen – eine wahre Pracht!

Bergkräuter 1Danke an unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Euer Interesse! Im kommenden Jahr werden wir unsere Rax-Wanderung sicherlich wiederholen, aber auch dem Gebiet des Hochwechsels werden wir uns fotografisch annähern… Infos dazu finden Sie, geneigte Leserin, geneigter Leser, ab September im Terminkalender unserer Homepage.

Pflanzeninhaltsstoffe

Tinkturen

Vor wenigen Tagen habe ich im Österreichischen Verband für Radiästhesie und Geomantie in Wien einen Vortrag zum Thema Pflanzeninhaltsstoffe gehalten.

Sie haben die Möglichkeit, diesen Beitrag auf YouTube anzusehen. Hier finden Sie den Link dazu (klick!).

Viele Pflanzen können heute – aufgrund ihrer Inhaltsstoffe – medizinisch genutzt werden. In früheren Zeiten wurde in der Volksheilkunde bereits eine Reihe davon angewendet, ohne dieses chemische Hintergrundwissen. Einige der Informationen unserer heutigen Zeit verunsichern. Teilweise zu unrecht, teilweise mit gutem Grund. Aber sehen Sie bitte selbst!

Kulturerbe Semmeringbahn


1842 wurden die Bahnstrecke Wien-Gloggnitz und 1844 die Strecke Mürzzuschlag-Graz
eröffnet. Die Semmeringstraße verband diese beiden Eisenbahnstrecken mehr als ein Jahrzehnt lang miteinander. Täglich quälten sich schwerstbeladene Fuhrwerke über die Straße. Gespanne mit bis zu zwölf Pferden waren keine Seltenheit. Durch die günstige Verbindung mit der Bahn bis zum Fuße des Semmerings nahm der Reiseverkehr stark zu und die neue Semmeringstraße wurde sehr stark frequentiert.

Besondere Ereignisse waren die Transporte der Dampflokomotiven von Gloggnitz aus nach Mürzzuschlag. Die Lokomotiven kamen von der Wiener Lokomotivfabrik und wurden mit bis zu 40 Pferden bespannt um die Passstraße bewältigen zu können.
Es sollte allerdings nicht mehr lange dauern, bis auch der Semmering durch die Eisenbahn bezwungen werden konnte.
Die ersten dahingehenden Überlegungen stammen von Franz Xaver Riepl aus dem Jahr 1829. Für die Ausführung dieser Pläne waren aber die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben.

Erzherzog Johann

Auch Erzherzog Johann beschäftigte sich mit der Überquerung des Semmerings durch eine Bahnlinie. Er beauftragte einige Pionieroffiziere mit der Erkundung der Möglichkeiten. Verschiedene Vorschläge wurden gemacht, einer davon war, die Eisenbahn von Gloggnitz bis Schottwien zu verlängern und dann die Passhöhe auf der Steilstrecke mit dem Vorspannen von Pferden zu bezwingen

Allerdings wurde dann ernsthaft der Vorschlag von Karl Kreissler überdacht, der die Trasse von Gloggnitz nach Payerbach verlängern und dann im Tal des Preiner Baches weiterführen wollte. Vom Talschluss aus sollte dann ein 6 km langer Tunnel durch die Kammalpe bis Spital am Semmering getrieben werden. Genaugenommen kann man das als die erste Idee für einen Basistunnel durch den Semmering ansehen. Auch dieser Plan wurde verworfen.

Karl Ritter von Ghega

Schließlich wurde am 27. Juni 1848 ein Dokument unterzeichnet, in dem Karl Ritter von Ghega die Erlaubnis zur Planung und Errichtung der Semmeringbahn erhielt. Insgesamt waren am Bahnbau ca. 20.000 Arbeiter beschäftigt.
Die Strecke wurde in 14 Abschnitte eingeteilt. Der schwierigste Abschnitt war der Scheiteltunnel. Die Probleme entstanden vor allem auch durch die vielen verschiedenen Gesteinsschichten, dem Gebirgsdruck und den unterirdischen Quellen.

Pannen und Tote

Der Bau verlief nicht immer frei von Unfällen und Pannen. Bei der Trassenführung durch die Weinzettelwand im Adlitzgraben beispielsweise starben bei einem Felssturz 14 Arbeiter.
Auch sonst gab es so manchen Toten: nicht nur bei Arbeitsunfällen, sondern auch durch Cholera und Typhus starben während der Bauzeit an die 800 Menschen.
Die letzten Gleise wurden am 12. Oktober 1853 in der Nähe der Kalten Rinne verlegt. Damit war die Strecke zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag durchgehend befahrbar.
Am 12. April 1854 fuhr Kaiser Franz Josef zum ersten Mal über den Semmering.

Als kühner Vorreiter aller Gebirgsbahnlinien genießt die Semmeringbahn noch heute die Bewunderung der Welt.
Sie besteht aus 16 teilweise mehrstöckigen Viadukten, 15 Tunnels, 142 Hochbauten, 129 Brücken, künstlichen Wänden und Stützmauern. Letztlich wurde sie in nur sechs Jahren errichtet.

UNESCO-Weltkulturerbe

Im Jahr 1993 wurde die Semmeringbahn zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Der Bahnhof Semmering galt bei seiner Errichtung übrigens als höchster Punkt der Erde, der mit einer Gebirgsbahn erreicht werden konnte.
Und natürlich kann man auch heute noch mit der Bahn den Semmering besuchen: beispielsweise könnte man mit dem „Gondoliere“ von Wien nach Triest reisen und diese Fahrt vorzeitig am Semmering unterbrechen…

Kulturwanderung

Wir werden bei unserer Natur-Kulturwanderung am 25. Juni 2017 einen Teil des sogenannten Bahnwanderwegs begehen und dabei natürlich auch über die Pflanzen und die Geologie des Semmering-Gebietes erzählen, ebenso wie über weitere interessante geschichtliche Details.

Anmeldungen sind noch möglich!

Kräuter im Juni

Nach einem Mai, der nicht so recht wußte, ob er nicht doch ein April sein wollte, sind in den letzten Tagen die Pflanzen im KräuterKraftKreis-Garten über sich hinaus gewachsen. Es blüht und grünt und wir haben das Gefühl, uns durch einen Dschungel zu bewegen…

Was natürlich auch zur Folge hat, dass alle Wildkräuter besonders gut sprießen! Wer also noch Lust darauf hat, das eine oder andere späte Frühlingskräutlein zu verarbeiten, der sollte das bald einmal tun, bevor die Hitze des Juni „zuschlägt“.

Empfehlenswert ist es, jetzt noch rasch einiges für unseren Haustee zu sammeln. Wer einen Garten sein eigen nennt, kann hier sicherlich so manches finden. Und auch Wald und (hoffentlich unbehandelte) Wiese schenkt uns wertvolles Grün! Wiesensalbei beispielsweise findet sich jetzt recht oft. Aber auch junge Blätter von Himbeere, Brombeeere und Walderdbeere können noch gesammelt werden, um sie für Tee zu trocknen.
Witwenblumen (Skabiosen) blühen weiß, rosa bis hin zu dunkellila. Sie gehören zu den Kardengewächsen (Dipsacaceae) und sehen nicht nur hübsch aus, sondern sind auch als herb-würziges Teekraut einsetzbar.

Beim Wandern durch unsere Landschaft ist mir aufgefallen, dass in den Feldern unserer Bauern derzeit die Kornblumen das Sagen haben. Was könnte man mit diesen wunderschönen blauen (romantischen) Blüten alles anfangen? Ich will mal in meiner kleinen „Schatztruhe“ kramen und Ihnen hier ein paar Tipps geben. Dennoch vorweg noch eine Bitte: VERMEIDEN SIE ES BITTE, IN DIE FELDER HINEINZUGEHEN (um nicht zu sagen „hineinzulatschen“! Die Bauern würden das gar nicht gerne sehen, handelt es sich doch zumeist um wertvolles Getreide!)

Hydrolat aus Kornblumenblüten

Ein Hydrolat aus Kornblumenblüten wird traditionell für Augenkompressen verwendet (auch der Tee eignet sich übrigens dafür, sollte aber durch ein gutes Filter abgeseiht werden). Man nennt die Kornblumen auch „Brillen-Brecher“, sie helfen dabei, ermüdete Augen zu erfrischen.
Das Kornblumen-Hydrolat ist aber ein wunderbares Elixier für die Hautpflege: ich verwende es sehr gerne als Gesichtswasser, wenn die Haut besonders spannt.
Kornblumen gehören übrigens zu den Korbblütlern (Asteraceae) und sind nah verwandt mit der Flockenblume. Der botanische Name ist Centaurea cyanus – „cyanus“ deutet auf die hellblauen, leuchtenden Blüten hin. (Mehr zum Kornblumen-Hydrolat finden Sie in meinem Buch „Hydrolate – Sanfte Heilkräfte aus Pflanzenwasser“, erschienen im Freya-Verlag).

Tee aus Kornblumenblüten

Dafür verwenden Sie bitte nur die Zungenblüten (abzupfen nach dem Motto „er liebt mich – er liebt mich nicht“ :-) ). Eine kleine Handvoll wird mit heißem Wasser übergossen, etwa 5 – 8 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee schmeckt mild und kann auch bei Kopfschmerzen helfen. Kornblumen enthalten Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Anthocyan (das ist für die Blütenfarbe mitverantwortlich) und Schleimstoffe.

Blüten zur Zierde

Die Blüten können natürlich auch auf einem Butterbrot oder über den Salat gestreut gegessen werden. Sie schmecken angenehm und leicht bitter.

Kornblume

 

Was man noch alles mit der Kornblume (und mit allen anderen „Johanniskräutern“) so machen kann, erfahren Sie bei unserer Kräuterwanderung

Beinwell

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Junge Beinwellpflanze mit Knospen

Der Beinwell, Symphythum officinalis, liebt meinen Garten! Und ich, ich liebe Beinwell!

Auf dem Bild sieht man übrigens bereits die Blütenknospen. Und man kann die feinen Härchen erkennen, die seine Blätter so filzig-weich machen…

Warum ich mich darüber freue, dass der Beinwell eine relativ große Fläche eines meiner Beete in Besitz genommen hat? Das ist schnell erklärt: In unserer Familie herrscht ein ständiger Bedarf an Beinwellsalbe, aber auch an Beinwell-Blütengel.

Beinwell kurz botanisch

Symphytum officinalis gehört zu den Raublattgewächsen (Boraginaceae).
Früher wurde er auch „Wallwurz“ oder „Beinwurz“ genannt, was auf seine Verwendung bei Beinbrüchen hinweist.
Es gibt etwa 40 Unterarten.
Die Wurzeln sind eher fleischig und knotig. Das Kraut ist rau und borstig behaart. Die Blütenfarben können – je nach Unterart – von gelblich-weiß bis dunkellila reichen. Die Blüten sind zwittrig und bilden einen sogenannten entständigen Doppelwickel.

Wann gräbt man nach der Wurzel?

Beinwellwurzeln kann man im Herbst graben, wenn die Pflanze „einzieht“, aber auch im zeitigen Frühjahr, bevor die Blüten zu sprießen beginnen. Jetzt wären meine Beinwell-Pflanzen bereits zu groß gewachsen.
Wenn man die Wurzel entnimmt, sollte man einen Teil davon in der Erde belassen bzw. der Erde wieder zurückgeben. Aus einem kleinen Wurzelstück kommt nämlich der nächste Trieb rasch wieder heraus und die Pflanze kann weiterleben.

Wie mach ich das aber mit der Beinwellsalbe?

Zuerst wird die Wurzel gesäubert und klein geschnitten. Ich schneide sie immer in dünne Scheibchen. Danach gebe ich sie in ein altes Reinderl. Die Wurzelstückchen werden mit Mandelöl übergossen (Sie können natürlich auch so ziemlich jedes andere fette Pflanzenöl dafür verwenden, das Sie in Ihrer Küche verwenden – Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Olivenöl eignen sich beispielsweise dafür ebenso.). Ich mache den Ölauszug aus Wurzeln übrigens immer im Heiß-Verfahren, also bei einer Temperatur von ca. 60°C über einen Zeitraum von ca. 2 Stunden! Danach bleibt das Gemisch noch über Nacht stehen und wird am nächsten Tag abgeseiht.

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Bienenwachs im Beinwell-Mazerat aufschmelzen

In das abgeseihte Mazerat kommt nun das Bienenwachs dazu, das bei einer Temperatur von etwa 65°C rasch schmilzt (das mache ich im Wasserbad).

Sie benötigen für eine Menge von 30 ml Mazerat ca. 2 g Bienenwachs. Wollen Sie die Salbe vegan herstellen, verwenden Sie dafür bitte anstelle des Bienenwachses 8 g Kakaobutter (die schmilzt bereits bei einer Temperatur von ca. 40°C).

 

Damit meine Salbe wirkungsvoller wird, gebe ich dazu noch ätherische Öle. Am liebsten Lavendel fein und Grapefruit, es darf aber, wenn ich sie als Schmerz-Salbe verwenden möchte, auch mal etwas „Stärkeres“ sein.

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Beinwellmazerat mit geschmolzenem Bienenwachs

Und dann darf schon in die Glastiegel umgefüllt werden!

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Fertige Salbe

Einsatzgebiete für die Beinwell-Salbe

Ich verwende sie gerne bei Prellungen oder anderen stumpfen Verletzungen. Hilfreich ist Beinwell-Salbe auch bei Rheuma und bei schlecht heilenden Wunden. Meiner Schwester hilft sie bei der Narbenpflege. Und derzeit unterstützt sie mich – in etwas „üppigerer“ Form – meinen Schambeinbruch auszuheilen.

Warum wirkt der Beinwell bei diesen Verletzungen?

Beinwell enthält Allantoin, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Kieselsäure, Cholin (Vitamin B-Gruppe) und außerdem noch Pyrrolizidinalkaloide (die ihn lange Zeit „verpönt“ gemacht haben). Er fördert die Zellneubildung, die Regeneration des Gewebes und auch des Knochengewebes. Bei schwachen Bändern und schwacher Muskulatur ist Beinwell aus oben genannten Gründen ebenfalls hilfreich.

Die enthaltenen Schleimstoffe kühlen und beruhigen, die Gerbstoffe unterstützen die Heilwirkung des Allantoins, vor allem auch bei Blutergüssen und Schwellungen.

Was ist Allantoin?

Allantoin ist ein Stoff, der aus der Harnsäure gewonnen werden kann. Im Beinwell kommt es in natürlicher Form vor. Gerade das Allantoin ist für die Zellbildung verantwortlich.

Das Beinwell-Gel

wird aus Blüten des Beinwells hergestellt. Wie wir das machen, folgt im Sommer, wenn wir die Blüten ernten können.

Beinwell-Gel hat sich besonders bei müden, angeschwollenen Beinen (vom langen Stehen oder von einer längeren Wanderung) als angenehm kühlend bewährt.

Giersch

Aegopodium podagraria, der Giersch, ist eine Pflanze, die sich in meinem Garten ausgesprochen wohl fühlt: es gibt im Frühling kaum ein Beet, in dem sich die jungen Giersch-Blättchen nicht wie ein Teppich ausbreiten wollen. Ja, wollen! Allerdings lasse ich dem Giersch normalerweise nicht viele Chancen dazu: wir essen ihn großteils auf!

Vom Giersch sagt man: „Einmal da – immer da!“ Sprich: man wird ihn nie wieder los. Nun habe ich ja grundsätzlich nichts gegen ihn. Aber wenn er dann mit seinem dichten und unausrottbaren Wurzelwerk alle meine geliebten Blumenbeete zu beherrschen beginnt, dann mag ich ihn nimmermehr!

GierschWie bereits erwähnt: Giersch ist ein wunderbares Frühlingsgemüse! Man kann ihn in die Neun-Kräuter-Suppe geben, man kann mit den jungen Blättern Spinat kochen, Salat machen und Aufstriche herstellen. Aber: So viel Giersch, wie bei mir im Garten wächst, würde eine ganze Kompanie hungriger Mäuler stopfen können – und es wäre immer noch genug da.
Ich habe also beschlossen, ihn einfach gewähren zu lassen. Ausrotten geht ja sowieso nicht. Wenn eine Pflanze rund ums Haus verbreitet ist und noch dazu in solch üppigen Ausmaßen, dann will mir das auch etwas sagen. Fragt sich also, was mir der Giersch mitteilen möchte. Ich hab’s noch nicht herausgefunden.

Der Giersch – er hat noch andere Namen, wie z.B. Geißfuß, Zipperleinskraut, Erdholler, Dreiblatt und Podagrakraut – gehört zu den Doldenblütlern (Umbelliferae) und sein Blütenstängel kann eine Höhe von ca. 100 cm erreichen….

Kräuterpfarrer Künzle setzte den Giersch bei Rheumatismus und Gicht ein. Seine Inhaltsstoffe sind für unseren Zellstoffwechsel wichtig und vor allem auch für ein schwächliches Immunsystem, das nach dem Winter sowieso einen guten Schubs verträgt.

Wenn Sie mehr über den Giersch wissen wollen, dann habe ich hier zwei Buchtipps für Sie:
„Pflanzen und Elemente“ (mein Buch, erschienen im Freya-Verlag, 2013) – Infos finden Sie hier (klick!), und
„Die Kräuter in meinem Garten“ von Siegrid Hirsch und Felix Grünberger (Infos beim Freya-Verlag).

Knospen und Rinden

KnospenWer geht schon im Winter hinaus, nur um Bäume anzusehen? Immer wieder werde ich das gefragt. Aber wenn nicht im Winter, wann dann können wir üben, anhand der Rinde und der Winterknospen Bäume zu erkennen und einzuordnen?

Nun: wir hatten am vergangenen Wochenende das Vergnügen, mit einer Gruppe durch den sonnendurchfluteten Wald zu streifen und uns mit dem Thema auseinanderzusetzen…

Woran ist eine Eiche zu erkennen? Am Wuchs? An der Rinde? Blätter findet man ja wohl keine um diese Zeit? Wir hatten Glück: unter den Bäumen lag nur ganz wenig Schnee und so konnten wir auch („Trick 17“) die abgefallenen Blätter sehen…
(Kurt und ich wissen natürlich auch die anderen Merkmale einer Eiche zu deuten :-) ).

Weiter ging es zu den Nadelbäumen – Unterschiede zwischen Tanne, Fichte und Schwarzföhre: die einzelnen Merkmale sind ja wohl deutlich zu erkennen.
An den Nadelgehölzen vorbei kommt man am Waldrand dann zu niedrigeren Gehölzen: da stehen junge Rotbuchen in trauter Zweisamkeit mit jungen Eschen und Erlen, zwischendurch stiehlt ihnen eine Birke die Show – ihr weiß-grauer Stamm zieht uns förmlich an!
Überraschung: zwischendurch findet sich ein einsamer Wacholder! Den hatten selbst wir hier noch nicht gesichtet, denn bis heuer war er von einer Menge anderer Gehölze verdeckt – erst durch eine wilde Schlägerung in diesem Teil des Waldes „tauchte“ er auf…

Ach ja, die Schlägerung: viele der vertrauten Bäume dieses Waldstücks fielen ihr zum Opfer – der Wald wurde grob durchforstet. Unseren Kursteilnehmerinnen konnte Kurt da aber ein wenig mehr über das Innenleben eines Baumes erzählen und anhand der liegenden Stämme auch zeigen. War auch ganz interessant!

Nach unserem Waldspaziergang wurde nachmittags das mitgebrachte Material noch ein wenig sortiert und bestimmt. Und dann ging es an die Verarbeitung der Knospen (und auch jener aus  unserem Garten). Hergestellt wurden Tinkturen, Gemmomazerate und Oxymel. Gesundes aus den Knospen reift da jetzt in den Gläsern heran!
Übrigens: Knospen können Sie auch noch dann ernten, wenn es bereits ein wenig wärmer ist. Die beste Zeit dazu ist, knapp bevor die Knospen aufspringen. In ihnen ist unglaublich viel jugendliche Kraft verborgen und ihre Heilkraft ebenso wie ihr Nährwert sind unbestritten.

Edelkastanie

Spuren im Schnee…

Die Wintersonne in den Bergen treibt Kurt und mich von Zeit zu Zeit dazu, uns in verschneite Höhen zu begeben. Dazu habe ich die nachfolgende Geschichte geschrieben:

Spuren im Schnee

Wintersonne – ihre vermeintlich wämenden Strahlen locken uns hinaus ins Freie. Wir packen kleine Rucksäcke, stülpen Stirnbänder über unsere Ohren, schnallen unsere Tourenschi an.

Eine Forststrasse, verschneit, führt uns durch Jungwald bergan. Langsam ziehst du voran, es bereitet Genuss, so durch die winterliche Berglandschaft zu wandern. Unsere Gespräche fließen träge dahin, angepasst an unsere Gefühle an diesem sonnigen Tag unter einem tiefblauen Winterhimmel. Tierspuren kreuzen unseren Pfad (Hund oder Fuchs? Reh, Hase…). Bergwärts!

Der Gipfel vor uns schneelos, nur die Forststraße windet sich verschneit unter unseren Fellen. Es gibt keine Markierung auf unserem Weg, die Beschreibung im Tourenführer ist nicht ganz eindeutig klar.
Aus dem Jungwald wird Hochwald, sanft steigt der Hang empor.
Der Blick wird weit: wir haben eine Alm erreicht. Die Wiesen ziehen in großzügigen Schwüngen an zwei Almhütten vorüber, an deren Wände alte Gerätschaften, zerbrochene Schi, altes Schuhwerk genagelt sind. Die Sonne hat an den alten Holzwänden wärmende Kraft.

Noch treibt es uns weiter bergan, dem Gipfel zu… Dann ist die Schneegrenze erreicht, über uns nur noch der apere Gipfelhang, durch ein Stück weglosen, schneelosen Hochwald von uns getrennt. Wir verzichten auf diesen kahlen Gipfelsieg. Felle vom Schi, Bindung fixiert, wenige Schwünge bringen uns zu den freundlichen Almhütten zurück. An der Hüttenwand ist es angenehm warm. Wir trinken mitgebrachten Tee und knabbern Schokoladeriegel, genießen aneinandergelehnt die Sonnenstrahlen, die das Holz hinter uns und unsere Gesichter so freundlich streicheln.

Friede durchströmt mich, außer dem Murmeln eines nahen Bächleins und gelegentlichem Rauschen des Waldes ist kaum ein Geräusch zu hören als dein ruhiger Atem, von Zeit zu Zeit unterbrochen durch Laute des Wohlbehagens. Wir sprechen uns von unseren Träumen, Wünschen…

Sanfte Schleier ziehen am Himmel auf, wehen über die Sonne hin. Es wird kühl. Das Tal und mit ihm eine wame Jause locken. Schi angeschnallt und talwärts.

Unten dann ein Blick zurück: Unsere Schispuren glänzen im schrägen Einfall der Sonnenstrahlen – zwei Spuren im Schnee.

Gewürze des Winters

Warum Gewürze des Winters?

Viele Gewürze brauchen wir im Winter, nicht nur für unsere Weihnachtsbäckereien! Gewürze wärmen zumeist – denken wir nur an den Ingwer, immer in aller Munde als Tee, als Würze für so manche Speisen. Ich möchte Ihnen heute allerdings von zwei anderen Gewürzen erzählen, denn: Traditionell werden im Winter ja auch jene verwendet, die sonst eher selten eingesetzt werden. Dazu gehören Safran und Anis…

Safran

Vor etwa 3500 Jahren wurde der Safran erstmals schriftlich erwähnt. Auf alten Papyrii fand man über 30 Rezepte mit Safran, die zu medizinischen Zwecken dienten.
Der Safran-Krokus stammt aus dem östlichen Mittelmeer. Die alte Kulturpflanze wurde – soweit ist bekannt – bereits im Römischen Reich kultiviert.

Mythologisch wird Safran in den Griechischen und Römischen Göttersagen ebenfalls bereits erwähnt: Zeus soll auf einem Bett aus Safran geschlafen haben.

Interessant ist, dass um 1400 n.Chr. von Kreuzrittern im Oberwallis in der Schweiz ein Anbaugebiet angelegt wurde. Dieses Anbaugebiet existiert noch heute…

Safran wird auch „Rotes Gold“ genannt. Rund 250.000 Safranfäden benötigt man für ein Kilo des kostbaren Gewürzes! Safran macht den Kuchen „geel“ (= gelb), so heißt es in einem alten Kinderlied.
Weicht man Safran in warmem Wasser ein, so erhält man eine wohlriechende, leuchtend orangefarbene Lösung. In Alkohol gelöst färbt er so richtig golden…
Viel Interessantes über Safran findet man im Buch von Susanne Fischer-Rizzi…

Anis

Anis darf gerade zur Weihnachtszeit nicht fehlen! Anis für feine Bäckerei – da habe ich in einem meiner alten Bücher ein nettes Rezept gefunden. Es stammt aus dem Büchlein „Die wirthschaftliche und geschickte Wiener Köchin“ aus dem Jahr 1858:

Anisbrot

Auf 18 Loth getrocknetes Mundmehl nimm 22 Loth Zucker und 12 Eier; schlage die Klar zu Schnee, mische die Dotter ebenfalls hinein, und treibe Alles gut ab, dann gib den Zucker dazu.
Nachdem es durch eine halbe Stunde abgetrieben worden ist, gib das Mehl so wie den Anis hinein und gieße es in die länglichten Modeln, backe sie sehr langsam heraus, zerschneide sie dann messerrückenbreit, gib die Stückchen auf ein Blech, und lasse sie im Ofen trocknen.

(Zur Erläuterung: 1 Loth entspricht heute 17,5 g.)

Es gibt zwei verschiedene Anis-Arten, die bei uns als Gewürz Einsatz finden: Pimpinella anisum, der „normale“ Anis, und Illicum verum, der Sternanis.
Pimpinella anisum ist ein Doldenblütler, einjährig, eine krautige Pflanze. Dieser Anis wird bereits seit Jahrhunderten auch als Heilpflanze eingesetzt. Ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet (also Kleinasien) wird er heute vor allem in Kroatien, in Russland, aber auch in unseren heimischen Gärten angebaut.
Illicum verum gehört zur Pflanzenfamilie der Schisandraceae und ist ein Baum, der in tropischen Ländern zu Hause ist. Auch Sternanis wird als Heilpflanze eingesetzt. Und ebenso wie der heimische Anis wird auch er in der mitteleuropäischen Küche geschätzt.

Beide Anis-Sorten gehören für mich zur Weihnachtszeit – ihr Duft ist ähnlich (obwohl die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle unterschiedlich sind) und verströmt Geborgenheit und Wärme – also genau das, was wir im Winter zum Wohlbefinden benötigen…

 

Pflanzeninhaltsstoffe – Schleimstoffe

„Bäh, Schleimstoffe“, so meinte meine Enkeltochter, „das klingt so grauslich, Omi!“ Grauslich hin oder her – gerade die Schleimstoffe der Pflanzen können für uns wichtig werden…

Schauen wir uns doch einmal an, woraus sie bestehen und wofür man sie brauchen könnte. Und vor allem: in welchen Pflanzen wir sie finden.

Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe

Schleimstoffe gehören zu den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Sie sind in der jeweiligen Pflanze zumeist als zähflüssige „Reservestoffe“ vorhanden.
Chemisch betrachtet gehören sie zu den natürlichen Polymeren („polymer“ ist griechisch und bedeutet „aus vielen gleichen Teilen aufgebaut„). Wir haben es daher mit relativ großen Molekülen zu tun.
Schleimstoffe leiten sich von den Polysacchariden ab (= Mehrfachzucker, siehe auch mein Blogbeitrag dazu – klick!). Wir haben es also mit kohlenhydrathaltigen Verbindungen zu tun. Man nennt die Schleimstoffe daher auch Hetero-Polysaccharide. Sie besitzen die Fähigkeit, im Wasser stark aufzuquellen und eine hochviskose (= schleimige) Flüssigkeit zu liefern. Dabei kleben sie aber nicht.

Wo befinden sie sich in der Pflanze?

Wir finden die Schleimstoffe in den Vakuolen und in den Zellwänden der Pflanzenzellen. In den Vakuolen dienen sie als Reservespeicher und binden Wasser an sich.
Mit Hilfe der Schleimstoffe werden der Pflanzensaft und die Umgebung der Samen länger und besser feucht gehalten. Die Verdunstung wird verzögert und das wiederum liefert bessere Wachstumsbedingungen für die Keimlinge. Außerdem wird durch den Schleimmantel verhindert, dass die Samen durch die Verdauung der Tiere zerstört werden, in deren Magen sie gelangt sind. Sie werden unverdaut ausgeschieden und können so zur Fortpflanzung beitragen.
Aber man findet die Schleimstoffe auch in den Pflanzensamen. Dort verhelfen sie dazu, dass die für das Pflanzenwachstum wichtigen Stoffe besser gebunden werden können.

malven

Wie wirken Schleimstoffe bei Mensch und Tier?

Sie legen einen reizmildernden Überzug über die entzündeten Schleimhäute: beim Trinken eines Tees, der Schleimstoffe enthält, legen sie sich beispielsweise zuerst über die Rachenschleimhaut, im Magen dann über die Magenschleimhaut. Dadurch schützen sie von außen (z.B. gegen die Magensäure) und die darunter liegende Schleimhaut kann schneller abheilen.

Positiv wirkt auch ihre säurepuffernde Wirkung – z.B. bei Sodbrennen. Auch bei Ekzemen und Hautentzündungen werden sie reizmildernd eingesetzt.
In aufgequollenem Zustand können Schleimstoffe auch andere gelöste Substanzen an sich binden.

Achtung allerdings: sie beeinflussen die Wirkungsintensität der anderen pflanzlichen Wirkstoffe stark.

SCHLEIMSTOFFE SIND NICHT SCHLEIMLÖSEND!!!

Schleimdrogen sollten immer frisch zubereitet werden. Unbedingt mit kaltem oder lauwarmem Wasser ansetzen und quellen lassen – man nennt das Kaltwasserauszug.

Allerdings: Achten Sie bitte auf die Dauer des Quellvorganges!
Bei Halsschmerzen lassen wir die Teedroge (z.B. Malve, Eibisch) nicht länger als 1 Stunde aufquellen.
Bei Magenschmerzen sollte die entsprechende Teedroge ca. 12 Stunden quellen!
Danach wird auf Trinktemperatur erwärmt – nicht kochen!!

Einige Beispiele für schleimhaltige Teedrogen

Hier findet sich so manches Kräutlein, das wir gerade jetzt in Erkältungszeiten gut gebrauchen können:
Leinsamen (Linum usitatissimum) – enthält bis zu 20% Schleimstoffe, wirkt stuhlregulierend, ist unverdaulich
Malve (Malva sylvestris) – hier finden wir in den Blüten bis zu 10% Schleimstoffe
Eibischwurzel (Althea officinalis radix) – 10 – 15% Schleimstoffe
Linde (Tilia platyphyllos und Tilia cordata) – die Schleimstoffe sind in den Blüten
Huflattich (Tussilago farfara) – in Blüte und Blatt befinden sich bis zu 8%
Spitzwegerich (Plantago lanceolata) – 7% Schleimstoffe in den Blättern

Interessiert Sie, welche Pflanzeninhaltsstoffe es noch gibt und welche Wirkung sie auf unseren Körper haben? Wir freuen uns, Sie bei unseren Kräuterwanderungen begrüßen zu dürfen: im Anschluss daran findet jeweils ein Workshop mit Wissensvermittlung zu diesem Thema statt! Infos finden Sie in unserem Veranstaltungskalender (klick!)!