Kategorie: Blog-Archiv

Hinweis in eigener Sache:

Sie finden auf meinen Seiten Beiträge, die sich auf meine persönlichen Erfahrungen mit Düften und Kräutern beziehen. Diese Artikel verstehen sich keinesfalls als Ersatz für eine medizinische oder physiotherapeutische Beratung oder Behandlung. Ein Besuch beim Arzt Ihres Vertrauens, bei Ihrem Physiotherapeuten, Ihrem Masseur oder auch Ihrem Apotheker kann dadurch nicht ersetzt werden.

Die in den Beiträgen angeführten Rezepturen stellen lediglich Beispiele dar und auch sie können eine persönliche Beratung nicht ersetzen. Eine fachkundige Beratung und Betreuung ist auch auf dem Gebiet der ätherischen Öle und Kräuter immer eine persönliche Angelegenheit. Sollten Sie meine Rezepte anwenden, so liegt das in Ihrem eigenen Verantwortungsbereich. Ich übernehme dafür keine wie immer geartete Haftung!

Bitte finden Sie hier das Archiv der KräuterKraftKreis Blog-Artikel. Alle aktuellen Artikel finden Sie auf www.kleindienst-john.at.

Körbe nähen – eine alte Tradition

Körbe nähen ist eine alte Tradition, die nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt gang und gäbe war. Da es ja keine Zufälle gibt, bin ich bei der Suche eigentlich nach völlig anderen Dingen auf Walter Friedl gestoßen, der sich in der Steiermark mit dieser Herstellungsmethode beschäftigt.

Körbe von Walter Friedl

Foto: Copyright Walter Friedl

Seine Körbe – allesamt Unikate und teilweise wahre Kunstwerke – zogen mich in ihren Bann. Und wie das bei mir oftmals so ist, wollte ich natürlich wissen, wie das geht.

Walter Friedl

Gesagt – getan: ich kontaktierte Walter und zu meiner Freude erklärte er sich bereit, für Kurt und Dagmar und mich einen Spezial-Workshop zum Körbenähen kurzfristig anzuberaumen. Und da waren wir nun, in einem kleinen Ort im Steirischen Vulkanland: Nitscha (nie zuvor davon gehört…:-)), auf Walters kleinem alten Anwesen.

Walter Friedl Korb

Copyright Walter Friedl

Nach einer kurzen Einführung ging es auch gleich ans Werk: wie wird so ein runder Korb hergestellt? Unser Material waren Flatterbinsen (Junctus effusus), die auf eher feuchten Wiesen zu Hause sind, und die von Walter Friedl bereits vorgetrocknet waren.

Flatterbinse

Ich muss gestehen, es ist gar nicht so einfach, regelmäßige Stiche beim Zusammennähen so eines Korbbodens zusammen zu bringen… wir drei haben uns redlich geplagt dabei. (Während wir nur die Böden unserer Körbchen nähten, hat Walter nebstbei einen ganzen Lavendelkorb fertiggestellt :-)). Aber langsam wuchsen die Körbchen doch in die Höhe…

Anfang des KörbchensDie ersten RundenKörbchen

 

 

 

Dagmar

Dagmar wollte unbedingt in ihren Korb noch Schneckenhäuser einbinden, was nach einiger Mühe und unter Hilfestellung von Walter auch gut gelungen ist. Kurt war mit seinem kleinen Körbchen zufrieden und ich mit meinem großen.

Korb

Ich kann allen, die sich mit alten handwerklichen Traditionen auseinandersetzen wollen, nur empfehlen, es auch mal mit dieser zu versuchen – ich bin sicher, Walter gibt sein Wissen auch gerne an Sie weiter!

Kontakt zu Walter Friedl ist über FB oder über seine Homepage „Seifenkraut“ möglich.

Mittsommer, Sommersonnenwende, Johanniszeit, Alban Hevin

Artikel von Manu Stricker

Der Tag der Sommersonnenwende fällt auf den 21.Juni – es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht. Die Sonne steht auf ihrem Höhepunkt und tritt danach ihrem Rückzug an, die Tage werden wieder kürzer und die Schatten länger. Es ist der offizielle Beginn des Sommers, das heiligste Fest im Jahresrad und eine Zeit der Heilung.
Die herrlich milden, langen Tage der Sommersonnenwende wurden 12 Tage lang gefeiert. Die Pflanzengöttin, nun schwanger mit den werdenden Früchten der Erde, träumt den Mittsommernachtstraum.

Belenos steht am Zenit seiner Herrschaft und Taranis, der große Donnerer, schickt ab und zu ein Gewitter und erfrischt seine Geliebte, die Erdgöttin.

Das Licht und die Wärme der kraftvollen, reifen Sonne wurden durch das Mittsommerfeuer erhöht. Das Notfeuer musste aus Eichenholz oder neunerlei Holz sein und die jungen Leute rollten mit Stroh umwickelte, brennende Räder und Scheiben durch die Nacht oder veranstalteten Feuerläufe mit brennenden Fackeln aus getrockneten, in Pech getauchten Königskerzenstängeln. Mit den brennenden Stängeln dieser Mutterherrgottskerze, Johanniskerze oder Wollkraut, wie sie auch genannt wird, wurden Kranke berührt und geheilt und dazu folgender Spruch aufgesagt:

„Die Mutter Gottes geht übers Land, sie trägt in der Hand den Himmelsbrand“

Königskerze

Das Mittsommerfeuer war ein Freuden- und Dankesfeuer, vor allem war es ein „Heidenspaß“, eine Zeit der Liebe und des Rausches. Wie zum Maifest brauten die Frauen Starkbiere mit Kräutern versetzt, das Feuer wurde umtanzt – im Uhrzeigersinn – und übersprungen. Der Sprung durch die Lohe reinigt Leib und Seele und bringt Gesundheit.

Liebespaare springen gemeinsam über das Feuer und werfen Blumen in die Flammen. Wenn sie sich dabei an den Händen halten und nicht loslassen, deutet dies auf eine dauerhafte Liebe hin.
Alles Alte, Unbrauchbare, Lebensbehindernde kann symbolisch ins Feuer geworfen werden und die Asche dieses Feuers wird auf die Felder gestreut damit sie fruchtbar bleiben.Lagerfeuer

Das heidnisch-keltische Sommerfest war ursprünglich ein weiteres Fruchtbarkeitsfest und ein psychedelisches Trinkgelage, das seine Wurzel in einem neolitischen, bronzezeitlichen Mysteriendrama hatte. Wenn wir dem Kulturanthropologen James G. Frazer glauben wollen erlitt der Sonnengott oder Stellvertreter auf Erden, der Eichenkönig, beim Sommersonnenwendfest einen blutigen, rituellen Tod. Oft war es der Sohn des Königs oder Häuptlings, der als Opfer zur Göttin ins Jenseits geschickt wurde.

Der schöne, vielgeliebte Belenos oder Baldur galt aber als unsterblich, da die Göttermutter alle Wesen schwören ließ, ihm kein Leid anzutun. Die kleine schwächliche Mistel aber hatte sie als zu gering erachtet, um ihr den Schwur abzuverlangen.( die Mistel ist ein elfisches Zwischenwesen, sie gehört weder zum Himmel noch zur Erde, wächst auf dem keltischen Weltenbaum Eiche und fällt ganz aus dem solaren Jahresrhythmus heraus) Und aus eben dieser Mistel schnitzte der feurige Gott Loki, Log oder Lugus einen Pfeil, der den holden Lichtgott fällte. Lugus ist wie wir sehen werden niemand anderer als die nächste Verwandlungsform des Sonnengottes selbst, er ist dann der Gott der reifen Früchte und des schnittreifen Getreides.

Die Bilwispriester der Heiden (die um Bil oder Belenos Wissenden), segneten in der Sonnwendzeit die reifenden Getreidefelder. Sie opferten dem „Kornwolf- oder Dämon“, der die Wachstumskräfte des Feldes symbolisierte, auf das er sich nicht davonschleiche und im Herbst eine reiche Ernte eingefahren werden könne. Um ihn im Zaum zu halten verwendeten sie Ebereschenzweige und „Wolfskräuter“ wie die gelb blühende Arnika, mit denen sie die Felder absteckten.

An die Stelle des tödlich getroffenen Sonnengottes setzten die Missionare den heiligen Johannes, den Verkünder des einzig wahren Sonnengottes „Christus“ und erklärten, dass auch er zur Mittsommerzeit geköpft worden sei. Aus dem Beifußgürtel, den die Feiernden trugen, wurde dann der „Johannisgürtel“, aus den mit duftenden Sommerkräutern und Wiesenblumen gepolsterten Liebeslagern wurde das „Johannisbett“ und das Trinkgelage, von dem das Volk nicht lassen wollte, wurde zum „Johannistrunk“ oder „Minnetrunk des Johannes“. Später übrigens wurde der Täufer zum Patron der Gastwirte erklärt.

Das Fest wurde von der Kirche lange bekämpft, schließlich umgestaltet und wird heute als Johannistag (24.Juni) gefeiert. 
Johanni ist als Lostag für die Landwirtschaft und das Wetter von zentraler Bedeutung. Die Sommersonnenwende läutet meist mit dem Ende der Schafskälte die Erntesaison ein.

Zeigerpflanzen und Tiere der Phänologie sind daher traditionell nach diesem Tag benannt: 

Das Johanniskraut, da es um diesen Termin blüht.
Die Johannisbeere erreicht ihre Reife.
Die Schwärme des Johanniskäfers (Glühwürmchen) entfalten ihre Leuchtkraft in der Zeit rund um die Johannisnacht.
Johanninüsse –  grüne, unreife Nüsse – sind um den Sommerbeginn zu ernten.
Traditionell werden auch Rhabarber und Spargel bis zu diesem Tag geerntet (Spargelsilvester).

Johanni gilt als spätester Termin für die Heuernte und als Garant für gutes Wetter – Johannischnitt. Die Intensivierung der Landwirtschaft verschob den Termin der Mahd immer weiter nach vorne. Der späte Schnitt prägt die Artenvielfalt, die Wiesenpflanzen können sich besser aussamen und den bodenbrütenden Vögeln sowie Insekten und Spinnen wird mehr Zeit für eine erfolgreiche Vermehrung gelassen.

Auch im Obstbau spielt der Termin eine Rolle: der Johannistrieb ist der zweite Austrieb von Laubgehölzen um Mittsommer und kann für weitere Schnittmaßnahmen genützt werden.
Als „Johannistrieb“ wird in der bäuerlichen Überlieferung ein älterer Mann bezeichnet, der sich eine junge Frau nimmt (der zweite Frühling).
Für Kräutersammler bleibt diese Zeit in ganz Europa ein Höhepunkt.

Neun( manchmal 7,13, 77oder 99) Johanniskräuter werden vielerorts noch heute gesammelt. Man hält die Kräuter kurz ins Johannisfeuer, um ihre Heilkraft aufzuladen, und sagt dabei folgenden Spruch:

„Keine Beule an meinem Leibe, kein Bruch an meinem Fuß“

Um die Zeit der Sommersonnenwende steht das Johanniskraut in vollster Blüte. Es ist unsere schönste Sonnenpflanze, ganz durchdrungen von der lichten, warmen Kraft der Sonne und mit allen guten Geistern im Bunde. Wie das Blut, der Lebenssaft unseres Körpers, so hat das Johanniskraut Lebenssaft von der Sonne, rubinrotes Öl, das unserem Körper und unserer Seele Sonnenkraft und Licht geben kann.

Dieses „Sommersonnwendkraut“ hat so viele gute Eigenschaften, dass man darüber einen Einzelartikel schreiben könnte, ich möchte daher nur kurz einige Informationen aufzeigen.

In der Frauenheilkunde wird es bei depressiven Stimmungen im Wechsel und bei PMS eingesetzt und als Beimischung in Schlaf- und Kräuterkissen verhilft es uns zu einem entspannten Einschlafen. Das Öl kann als Wundmittel bei leichten Verbrennungen und bei Sonnenbrand verwendet werden.

Vorsicht: Johanniskraut kann die Haut lichtempfindlicher machen. Deshalb bei einer Therapie mit Johanniskraut starke Sonneneinstrahlung und Solarien meiden, auch ist zu beachten dass es die Wirkung der Pille herabsetzen kann.

Johanniskraut kann zur Abwehr von Dämonen und als Schutz vor Verhexung als Amulett getragen werden und wird auch als „Wetterzauberpflanze“ verwendet.

Ich war letztes Jahr beim Walken im Wald unterwegs als plötzlich Gewitterwolken aufzogen. Schnell nahm ich Johanniskraut, welches am Wegesrand wuchs, zur Hand und sagte folgenden Spruch:

„Ist denn keine alte Fraue,
die kann pflücken Hartenaue (Johanniskraut),
damit sich das Gewitter staue?“

 Nicht lange danach verzogen sich die Wolken wieder und ich konnte mit Vergnügen meinen Waldspaziergang fortsetzen.

Einige heilige Pflanzen waren mit dem Fest der Sommersonnenwende besonders verbunden. Unsere Vorfahren sahen in ihnen Kräfte der Sonne und solche die das Dunkle bannen können. 

Johanniskraut2Farnkraut, Beifuss, Arnika, Königskerze und Ringelblume waren neben Johanniskraut magische Pflanzen. Beim Tanz ums Feuer trug man Gürtel aus Beifuss oder Eisenkraut und die Häupter schmückten Kränze aus Blumen, Eisenkraut und Gundelrebe. Beifuss und Gundelrebe stärken die Ekstasefähigkeit und Hellsichtigkeit bei sensiblen, offenen Menschen.

Die Druiden erhöhten den Zauber der Sommernächte, indem sie die ölhältigen Sporen des Bärlapps, das so genannte Hexenmehl oder Blitzpulver, bei ihren Erzählungen und Ritualen ins Feuer warfen. Das gibt einen dramatischen Licht- und Explosionseffekt.

Die Kamille mit ihren gelben Blüten und dem weißen Strahlenkranz ist ebenfalls ein Johanniskraut. Sie ist ein wirksames Heilmittel für Entzündungen aller Art, bei Übelkeit und Magenschmerzen.

Weitere Sonnwendkräuter sind der Holunder und der Quendel, die Blutwurz, die Margerite, die Schafgarbe, der Heilziest und die Klette sowie der Lavendel, die Rose und der Thymian. 

Als Räucherwerk sind folgende Pflanzen und Harze verwendbar:

Segnend: Alantwurzel, Beifuss, Copal, Dost, Engelwurzsamen- und Wurzel, Johanniskraut, Mariengras, Myrrhe, Rose, Thymian und Weihrauch. 
Wetterpflanzen: Beifuss, Dost, Johanniskraut, Rainfarn, Königskerze

Dekoration: Liebesamulette, Sommerblumen, Muscheln und Sommerfrüchte
Farben: blau, grün und gelb

Als Abschluss möchte ich Euch noch ein Rezept für einen Gute – Nacht – Tee mitgeben:
Johanniskrautblüten                               20g
Süßholz                                                  20g
Kakaoschalen                                        20g
Kamillenblüten                                       10g
Orangenblüten                                       10g
Zitronenmelisse                                     10g
Honigklee, Kraut                                    10g
Lindenblüten                                          10g

Ein gehäufter TL dieser Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, einige Minuten ziehen lassen und evtl. mit Honig süßen.

Johanni ist eine typische „Zwischenzeit“, in der sich Kommendes offenbaren kann. Es heißt wer sich neun Kräuter unter das Kopfkissen tut, träumt Zukünftiges. Mit diesem Trunk vorm Schlafen gehen steht diesem Erlebnis nichts mehr im Wege.

In diesem Sinne wüsche ich uns allen eine lichte, genussvolle und heilende Sommerzeit und freue mich schon auf die nächste Ausgabe.

Eure Manuela Stricker

 

30.April/ 1.Mai: Beltaine/ Walpurgisnacht

Manuela Stricker hat uns einen Beitrag zu Beltaine/zur Walpurgisnacht zur Verfügung gestellt, den wir gerne an Sie weitergeben:

Beltaine, bei uns Walpurgisnacht genannt, ist das große Frühlingsfest  – eine Ode an das Leben und die Liebe. Es beginnt bei Sonnenuntergang des 30.April und dauert bis zum Sonnenaufgang des nächsten Morgens. Andere Namen dafür lauten auch große oder heilige Hochzeit, Mondfest oder Hohemaien.

Der harte Winter ist überstanden, die Tage sind schon deutlich länger als die Nächte und der Frühling ist schon voll im Gange. An allen Ecken blüht und sprießt es und die jungen Pflanzen sind grün und saftig.

ApfelblüteGerade heuer, da uns ein scheinbarer Endlos-Winter fest im Griff hatte, können wir es kaum erwarten von Frühlingsgefühlen erfasst und von der Sonne wachgeküsst zu werden. Die Vögel sind schon eifrig am Balzen und Nest bauen und bei unseren Hauskatzen und durchziehenden Rehböcken spielen auch schon die Hormone verrückt ??!!!

 

Im Jahreskreis feiern wir dass die Göttin den gehörnten Gott zum Gefährten nimmt  und von ihm ihr Kind empfängt. Die männliche Kraft der Sonne soll mit der weiblichen Erde verbunden werden. Die Göttin wandelt sich von der Jungfrau zur Mutter. Mit der Herrschaft des Belenos ( der Leuchtende, hell Glänzende) und seiner Braut Belisama ( Dana) beginnt die warme Jahreszeit. Der Kuckuck verkündet als Herold der Göttin mit seinen Rufen die angehende Wonnezeit und alle Geschöpfe, Menschen, Tiere und Naturgeister feiern mit.

Mann und Frau vereinigen sich geistig wie körperlich – meist inniger und bewusster als sonst irgendwann im Jahr. Kinder die an diesem Abend oder der Nacht geboren werden, gelten als besondere Glücksboten.
Die Felder werden gesegnet, auf dass sie reichhaltige Frucht tragen mögen, ebenso die Ställe und Tiere –  sie sollen reiche Nachkommenschaft haben und Krankheiten ferngehalten werden.

Bei den Griechinnen und Sumererinnen gab es das Ritual der heiligen Ehe – Hieros Gamos. Dabei verkörperte  eine Priesterin in der Nacht von Beltaine die Göttin, die sich mit dem zukünftigen König des Landes vereinigt und ihn damit als Regenten über das Volk legitimiert. Der König erhielt sein Recht zu regieren von der großen Göttin und wurde damit zu ihrem Gefährten. Bei den irischen Keltinnen gab es bis ins 12. Jhdt. den Brauch, dass der irdische König sich symbolisch oder real mit einer weißen Stute, in die sich die Pferdegöttin Epona als Symbol für die Erde verwandelte, vereinigen oder vermählen musste, damit seine Regentschaft anerkannt wurde.

In der Walpurgisnacht wurden in keltischen Ländern alle Feuer gelöscht. Bei Sonnenaufgang wurde ein neues Feuer, das Beltaine – Notfeuer, mit dem Feuerquirl rituell neu entzündet und mit dem Holz von neunerlei Bäumen gefüttert. Pärchen und Paare springen über das Feuer um sich für das kommende Jahr zu reinigen und sich enger zu verbinden. Das Vieh wird zwischen zwei Feuerstößen hindurch getrieben und man nimmt etwas von der Glut mit nach Hause, um den Hausherd mit dem neuen Feuer zu segnen.

FeuerWie auch bei anderen heidnischen Festen, wollte die römisch-katholische Kirche dieses Fest nicht dulden, schaffte aber auch nicht es zu verdrängen. Also musste das Ganze verteufelt werden und Geschichten vom Hexensabbat auf dem Blocksberg und dergleichen Mär machten die Runde. Bei Beltaine kam ihnen die heilig gesprochene Walpurga gelegen. Sie war eine Äbtissin des Klosters Heidenheim und wurde entweder am 1.Mai heilig gesprochen oder ihre Gebeine an diesem Tag nach Eichstätt überführt.

Doch ebenso, wie der Name Walpurga auf die Walküren hinweist (heidnisch germanische Priesterinnen) hat es auch nicht geklappt aus dem Maifest ein christliches Fest zu machen, es bleibt ein Fest mit paganem und erotischem Touch.

Ein Brauch, der sich bis heute gehalten hat, ist das Maibaum aufstellen. Er besteht aus einem geschälten Birken- oder Fichtenstamm, dessen grün belassene Krone einen großen, mit bunten Bändern umwundenen Blumenkranz durchstößt. Ein schönes Zeichen der innigen Vereinigung des Gottes mit seiner Braut. In ländlichen  Gegenden  steckt man den Mädchen noch immer gerne einen „Maien“ (grünen Birkenzweig) vors Haus und das Trinken aromatischen Gebräus kommt sowieso nie aus der Mode.

Sogar der 1.Mai, als Hauptfeiertag der sozialistischen Klassenkämpfer, steht noch unter dem Bann dieses uralten Festes.

Unsere Vorfahren tanzten einen Reigen um den Maibaum und berauschten sich mit Bilsenkraut und Waldmeister versetzten Bocksbieren oder weinähnlichen Getränken. Jedes Dorf wählte die schönste Jungfrau als Verkörperung der Liebesgöttin, schmückte sie mit blühendem Weißdorn ( Gallien und Britannien), Gänseblümchen und Margeriten, hüllte sie in frisches, grünes Birkenlaub und setzte ihr eine Blütenkrone auf. Ein in grünes Laub gekleideter kräftiger, junger Mann mit geschwärztem Gesicht – der „grüne Mann“ – verkörperte ihren Gefährten. In England wurde das lustige, zügellose Treiben in Mysterienspielen dargestellt, die den grün gekleideten Robin Hood, seine fröhliche, gesetzlose Bande  und das mit Schlüsselblumen und Veilchen geschmückte Fräulein Marian als Hauptakteure hatten. Robin ist wohl kein anderer als der archaische Sonnenhirsch. Der Name Robin bedeutet „Rotkehlchen“ und ist ein Synonym für „des Mannes bestes Stück“.

Zu den Pflanzen des Beltaine – Festes zählt auch der Bärlauch. Vielerorts im süddeutschen Raum heißt es, dass eine Bärlauchsuppe zur Walpurgisnacht die bösen Hexen fernhalten kann.

Den Baldrian kannte man früher nicht als nervenberuhigendes Mittel, sondern als Pflanze der Liebe. Heißt es doch, wenn man etwas Baldrianwurzel in den Mund nehme und denjenigen den man haben will, küsse, würde dieser nicht widerstehen können.

Eine Walpurgispflanze ist auch die Gundelrebe. Als Zeichen der Verbundenheit mit der beseelten Natur flocht man sich an besonderen Festtagen Kränzlein aus Gundelrebe ins Haar. Ein solches Gewinde zur rechten Zeit getragen macht sensibel, ja sogar hellsichtig. In der Nacht zum 30.April  wird man sämtliche Hexen im Dorf erkennen können.

Gundermann oder die Gundelrebe blüht meist zur Beltaine – Zeit mit wunderschönen violetten Blüten und ist bereits so herangewachsen, dass er lang genug ist, um daraus einen Kranz zu winden. Nur heuer schaut es bis Dato schlecht damit aus und die Hexen werden wohl unerkannt davonkommen.

Gundelrebe

 

Andere Pflanzen die mit dem Maifest in Verbindung gebracht werden sind Apfelbaum, Angelika, Efeu, Esche, Rose, Flieder, Farn, Sumpfdotterblume und Mädesüss.

Räuchertypisch für die Walpurgisnacht ist natürlich eine aphrodisierende Liebesräucherung mit Zutaten wie z.B. Benzoe, Hanf, Mohn, Muskatellersalbei, Rose, Holler, Rosmarin und Styrax.
Wird mehr Wert auf Magie oder Hexenflug gelegt, gibt es bewusstseinserweiternde Räucherpflanzen mit Lehrerpflanzen wie Alraunenwurz, Bilsenkraut, Eibe und Thuja.
Selbstverständlich gehört diese Art der Räucherung nur in die Hände fachkundiger Schamaninnen und Hexen.

Die Farbsymbolik ist grün, rot und weiß und Symbole allgemein sind der Kelch, Blütenkränze und Feuer. Die Zuordnung im Tarot entspricht der Herrscherin.

Der Mai ist der Monat des Wachsens, des Gedeihens, des Blühens und Feierns. Deine Ideen und Pläne sind es wert gelebt zu werden. Stelle sie vor und teile sie mit anderen. Nähre dein Leben und gib ihm Kraft indem du dich mit der Erde verbündest. Feiere dein Frau sein und gib dich ihr ganz hin.

Passend zum Thema Frühlingserwachen, Liebe und Erotik möchte ich euch noch ein Rezept für ein blumig – sinnliches Naturparfum mit auf den Weg geben. Interessanterweise mögen auch Männer diesen Duft sehr gerne. Es eignet sich somit perfekt für romantische Stunden zu zweit.

Naturparfum „Narzisse“:

5 Tr. Sandelholz
6 Tr. Narzisse absolue
3 Tr. Mairose absolue
3 Tr. Magnolienblüte
in 10 ml Weingeist 96 % ansetzen und 10 Tr. destilliertes Wasser hinzufügen. Da ätherische Öle sehr flüchtig sind hilft das Wasser den Duft länger zu binden. Die Mischung in einer Braunglasflasche 3 Wochen reifen lassen und dann in einen Zerstäuber umfüllen.

Ich wünsche allen Lesern eine schöne Maienzeit und verbringen sie Beltaine so wie sie es sich wünschen, für sich, zu zweit oder auf einem Tanz in den Mai.

Guten Flug und Hex, Hex
Eure Manuela Stricker

Birken-Hydrolat

Die Birke – Betula lenta – gehört zu den Bäumen, die auch unsere Auwälder prägen: Das Birken-Hydrolat und seine Verwendungsmöglichkeiten sind bei uns weitgehend unbekannt.
Dennoch – oder gerade deshalb – ist dieses Pflanzenwasser eine Betrachtung wert.

BirkenblüteDie Verbreitung der Birke erfolgt über ihre winzigen Samen, die mit dem Wind viele Kilometer weit reisen. Das macht sie für viele Menschen auch zu einer lästigen Pflanze, nämlich für die Pollenallergiker. Birken gehören zu den Birkengewächsen (Betulaceae).

In unseren Breiten ist vor allem die Weißbirke am bekanntesten. Sie hat seit vielen Jahrhunderten bereits volksheilkundliche Bedeutung. Die Birke enthält Methylsalicylat – ein Stoff, wie er auch im Aspirin zu finden ist.

Birken werden bis zu 25 m hoch, sie besitzen die für sie so typische weiße Rinde, einen schlanken Stamm und kleine, herzförmige Blättchen. Die Blätter enthalten Flavonoide und Gerbstoffe, sie wirken harntreibend und der Birkenblättertee wirkt vor allem bei rheumatischen Beschwerden, bei Gicht, aber auch bei Nieren- und Blasenentzündung.

Dieser Tee aus den getrocknete Blättern, aber auch der „Birkenteer“, der aus der Rinde der Birke gewonnen wird (wird zur Behandlung von Ekzemen gerne eingesetzt), sind wohl die bekanntesten Anwendungsmöglichkeiten.

In der Mythologie wird die Birke schon seit vielen tausend Jahren als einer der wichtigsten Bäume beschrieben. Vor allem für die Russen spielt sie eine sehr große Rolle. Viele Märchen und Legenden ranken sich um Birken. Übrigens dachte man auch, daß die Hexen in der Walpurgisnacht auf Birkenbesen auf dem Blocksberg geritten seien…

Für unser Birkenwasser destillieren wir die harzigen Knospen, die jungen Blätter und die jungen, dünnen Ästchen. Sie werden im März gesammelt. Jetzt ist also gerade die richtige Zeit dafür!

Man könnte auch die äußere Rinde und das Holz destillieren, das haben wir aber diesmal nicht gemacht. Die Ausbeute an ätherischen Ölen ist dabei bei unseren Mengen sicherlich zu vernachlässigen.

Selbsterzeugtes Birken-Hydrolat  (meines hat einen pH-Wert von 3,74) eignet sich hervorragend bei Schuppen, Haarausfall und allgemein zur Haarpflege. Es nährt und stärkt die Kopfhaut und die Haare. Der Duft des Birken-Hydrolats ist leicht süßlich, ähnlich dem Birkensaft, den man im Frühling aus dem Stamm ziehen kann.

Meine Rezeptur für ein Haarshampoo:
Die Herstellung eines Haarshampoos ist völlig unkompliziert. Nachstehend „mein“ Lieblingsrezept dafür (bei leichtem Haarausfall besonders hilfreich). Hydrolat und ätherische Öle können natürlich nach Belieben verändert werden.
100 ml gehopftes Bier
1 Eigelb
100 ml Birkenknospen-Hydrolat
3 Tr. ätherisches Öl (es empfiehlt sich z.B. Lavendel fein, wenn man diesen Duft mag)

Das Eigelb mit dem Bier gut vermischen (geht am besten mit einer Gabel), Hydrolat und ätherische Öle hineinmischen. Ins nasse Haar einmassieren und zwei bis drei Minuten einwirken lassen. Gut ausspülen und mit Apfelessig nachspülen.
Anschließend verwende ich noch ein paar Sprühstöße Klettenwurzel-Hydrolat und massiere es vor dem Fönen in mein noch nasses Haar ein. Die Haare werden kräftig und glänzend.

Vorsicht: Birken-Hydrolat eignet sich – im Gegensatz zum frisch gezapften Birkensaft – nicht zur Einnahme!

Imbolc, Brigid, Lichtmess – das Licht kehrt zurück

Beitrag von Manuela Stricker

In diesem Beitrag möchte ich gerne etwas über das keltische Fest Imbolc, die Göttin Brigid und das im Laufe der Zeit bei uns eingesetzte, kirchliche Fest Maria Lichtmess erzählen. Passend dazu hat sich lebendiges Brauchtum entwickelt, welches tief in der Mythologie unserer Vorfahren verwurzelt ist.

In der keltischen Tradition wird meistens Sonnenuntergang des 1. Februar bis zum Sonnenuntergang des 2. Februar das Fest der Göttin Brigid ( Am fheill Bride) gefeiert. Imbolc bedeutet wahrscheinlich „im Bauch“ und spielt auf die trächtigen Schafe und Kühe an, denen jetzt die Milch einschießt und deren Junge im März dann geboren werden. Es ist aber genauso im übertragenen Sinne zu verstehen, denn auch im Bauch der Erde rührt sich neues Leben. Es ist ein Fest des Lichtes, der Reinigung und der Fruchtbarkeit.

Brigid, deren Name auf „bright“ (hell, leuchtend) zurückgeht, ist die dreigestaltige große Göttin in ihrem jungfräulichen Aspekt. An Imbolc reitet sie auf einem Hirsch über das Land, weckt die schlafenden Samen und rüttelt an den Bäumen, so dass – für die Augen noch unsichtbar – die Säfte zu fließen beginnen. Brigid verkörpert die Leben spendenden Kräfte des Ostens und des Neubeginns.

Sie ist aber auch die Göttin der Poesie und der Inspiration, der Barden, Musiker, Kunsthandwerker und der Schmiedekunst, Patronin der Hebammen und Gebärenden sowie Hüterin der Heilquellen. Brigid, Bride oder Brigantia ist die Tochter des Himmelsgottes Dagda, in Indien ist sie die weiße Jungfrau Saraswati – die schöne Fließende, Herrin der reinigenden Gewässer, Göttin des Redeflusses und Gattin des Schöpfers Brahma. Nach ihr wurden Flüsse ( Braint) oder Städte ( Braganca und Bregenz) benannt und ihre Attribute sind der Schwan und die Birke.

Das Fest der Brigid war vor allem eine Zeit der Reinigung –  der indogermanische Reinheitskult sah die Dunkelheit als verunreinigend an. Deshalb musste der Schmutz der finsteren Zeit mit frischem Wasser weggewaschen oder mit (Birken)reisig weggefegt werden. Ich erinnere mich noch gut dass mein Urgroßvater im Winter immer Besen aus Birkenreisig band, mit ihnen wurden Haus und Hof gereinigt. Man kann aber auch frischen Birkensaft für eine Frühjahrskur verwenden oder ausprobieren Birkenmet herzustellen.

BirkeDie Inselkelten geben als Dankopfer ein wenig Milch auf die Türschwelle und hängen bis heute „rowan crosses“ über die Wiege eines neugeborenen Kindes um Brigids Schutz zu erbitten. Bei uns fanden und finden vielerorts Lichterprozessionen mit Kindern statt – sie verkörpern die Unschuld des Neubeginns. Das Schneeglöckchen ist das Lichtmessblümchen und als erstes blühendes Blümchen nach dem Winter ein wichtiges Marienattribut. In England trugen bei den Lichtmessumzügen weiß gekleidete Jungfrauen Schneeglöckchensträuße in der Hand. Aber auch Krokusse, Winterlinge, Märzenbecher und andere zarte Pflänzchen, die Kälte und Schnee trotzen, wurden ihr geweiht.

Allerdings gibt es auch Überlieferungen aus Westfalen in Deutschland von wilden Frauentänzen, bei denen sich nähernde junge Männer eins mit der Holundergerte übergezogen bekamen…..

Wegen des nun strenger werdenden Winters war Imbolc von jeher ein Fest, welches die Familie im Haus zusammen feierte und auch wegen Brigids Beziehung zum Herdfeuer gilt es als häusliches Fest. Eines ihrer Heiligtümer war in Kildare, wo noch lange in einem Frauenkloster ein ewiges Feuer gehütet wurde. Ihr zu Ehren werden am Imbolc-Fest Kerzen entzündet, ins Fenster gestellt und die ganze Nacht brennen gelassen.

Wie schon angeKerzenfestdeutet ist Imbolc auch das Kerzenfest. Früher wurden in der Winterszeit aus dem Talg der im Herbst geschlachteten Tiere Kerzen hergestellt. Auch die kostbaren Wachskerzen entstanden während des Winters. Die brennende Kerze symbolisiert das neu erwachte Licht und zu Imbolc oder Lichtmess wurden die Kerzen geweiht. Diesen Kerzen wird im Volkglauben eine hohe Schutzkraft zugeschrieben, welche in Notsituationen, bei Geburten und am Krankenbett angezündet wurden um den Schutz und die Unterstützung der geistigen Welt zu erhalten.

Die keltische Brigid wurde von der katholischen Kirche  auf Maria übertragen und zu Maria Lichtmess. Dies ist ja auch nicht ganz unpassend, ist doch Maria auch eine „jungfräuliche“ Göttin. Die irische Kirche hatte im frühen Mittelalter den Festtag und seine Bräuche übernommen, irische Missionare verbreiteten die „heilige Brigitta“ im heutigen Deutschland.

Wie das irisch-katholische Brigid- Fest hat auch das römisch-katholische Lichtmess- Fest heidnische Wurzeln. Die alten Römer feierten Anfang Februar das Fest der Nonen, mit dem der Frühling und das neue Jahr begrüßt wurden. Dies war ein Fest der Reinigung, im wörtlichen wie im sprichwörtlichen Sinne, wovon auch der Monatsname „Februar“ zeugt, der vom lat. Wort “februare“ für Reinigung abstammt.

Der „offizielle katholische Anlass“ von Maria Lichtmess bezeichnet den Tag, an dem Maria nach der Geburt ihres Kindes wieder „rein“ wurde. Nach jüdischer Vorschrift galt eine Frau nach der Geburt eines Knaben 40 Tage als unrein und musste im Tempel dem Priester ein Reinigungsopfer in Form eines Schafes oder einer Taube übergeben. Außerdem wurde der erstgeborene Sohn in Erinnerung an die Pessach-Nacht als Eigentum Gottes angesehen. Er musste ihm übergeben (dargebracht) werden und war durch ein Opfer auszulösen. Deshalb nennt man das Fest auch Maria Reinigung oder Darstellung des Herrn.

Lichtmess gilt als das Ende der Weihnachtszeit. Wenn das Licht wieder erstarkt, muss der Winterschmuck und der Tannenbaum endgültig weg.
Maria Lichtmess ist auch der Beginn des so genannten Bauernjahres, an dem die Arbeit draußen wieder aufgenommen  wird. In Irland beginnt das Pflügen und Säen. An diesem Tag endete das Dienstbotenjahr, das Gesinde bekam seinen restlichen Jahreslohn ausbezahlt, konnte seinen Arbeitsvertrag per Handschlag für ein weiteres Jahr verlängern oder sich eine neue Stelle suchen. Der Tag danach (Schlenggeltag) bis St. Agathe am 5.Februar war dazu gedacht den Umzug zum neuen Arbeitgeber zu vollziehen und war für die Dienstboten so etwas wie ein Jahresurlaub.

Es existieren viele Bauernregeln, welche den Sonnenschein an diesem Tage für ein schlechtes Zeichen für den bevorstehenden Frühling bewerten:

Ist´s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.

Weit verbreitet ist auch der Spruch, gegenüber der Wintersonnwende verlängere sich der Tag „an Weihnachten um einen Hahnentritt, an Neujahr um einen Männerschritt, an Dreikönig um einen Hirschensprung und an Lichtmess um eine ganze Stund“.

Der Groundhog Day, die Beobachtung des Verhaltens eines Murmeltiers an diesem Tag in Punxsutawney, Pennsylvania, ist die Übertragung dieser Naturbeobachtung in den Kontext der Neuen Welt.

Imbolc ist die Zeit der Hoffnung – die Tage werden jetzt merklich länger und die ersten schüchternen grünen Triebe erscheinen. Wir sehnen uns nach ein paar wärmenden Sonnenstrahlen und können es kaum erwarten die Vorboten des Frühlings im Garten zu entdecken und zu begrüßen.
Es ist aber auch eine Zeit um mit neuen Vorhaben und Visionen „schwanger zu gehen“ – unter dem Schmiedehammer Brigids nehmen Pläne Formen  an und heiße Eisen müssen angepackt werden.
Es ist eine Zeit um Körper und Seele zu reinigen, z. B. mit einem Bad mit duftenden Ölen. Es ist die Zeit, Haus oder Wohnung zu reinigen, aufzuräumen und Gerümpel, das uns nur belastet, auszumisten und entsprechend zu entsorgen. Genauso wichtig ist es in uns zu gehen und Glaubenssätze und alte Muster zu erkennen und loszulassen.
Es ist die Zeit für Kerzenmagie, Räucherrituale und viel Bewegung an der frischen Luft. Und sollten sie gerade mit einer Erkältung im Bett liegen, so ist das auch in Ordnung. Geben sie dem Körper die Zeit und Ruhe die er braucht um sich zu transformieren – damit sie einen Neubeginn wagen können.

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Lichterfest und viel Freude beim Schmökern dieser Zeilen,
Eure Manuela Stricker

 

 

 

DIE GARTENSAISON IST ERÖFFNET!

Die Gartensaison ist zu Ende – die neue Gartensaison ist eröffnet!

von und mit Petra PASZKIEWICZ

Die Boten der vegetationsruhenden Jahreszeit sind nicht zu übersehen. Nebel, Regen, Schnee und sinkende Temperaturen lassen mich die Behaglichkeit eines warmen Zuhauses bewusst genießen.
Trotzdem weiß ich schon jetzt, dass diese Zufriedenheit nicht lange anhalten wird. Spätestens wenn der letzte Zuckerhut geerntet ist, werde ich, wie jedes Jahr, mit Entzugserscheinungen zu kämpfen haben.

Pause für frisches, knackiges, „grünes“ Bisserlebnis, mal süßer, mal schärfer, herb, säuerlich oder würzig. Eine viel zu lange Pause.

Lange stand der Verlust dieser Lebensqualität zwischen mir und dem Winter. Aussöhnung war unvorstellbar bei wachsender Gier nach Vitalem, die ich nicht mit spanischen Aufblasartikeln, die von bemitleidenswerten Menschen meines Umfeldes mit gesundem Gemüse verwechselt wurden, stillen wollte.
Die Lösung für mein Dilemma begegnete mir leise. Unauffällig, quasi als wandelndes Understatement bog sie um die winterliche Ecke – die Sprosse.
Bleich kam sie daher, wässrig im Geschmack, aber immerhin knackig- die Sojasprosse. Meine Neugierde war geweckt. Und die Suche nach mehr Geschmack und Möglichkeiten des Selbermachens war erfolgreich.

Getreidekörner, roh für uns Menschen schwer verdaulich, keimen nach wenigen Tagen und schmecken jetzt süß ! Aber auch Hülsenfrüchte überraschen nach entsprechender Zubereitung, ganz zu schweigen von Ölsaaten, wie zum Beispiel Sonnenblumenkernen oder Gewürz- und Gemüsesprossen von Radieschen, Rettich und Bockshornklee.

Aber jung, hübsch und knackig genügt bekanntlich nicht, Sprossen warten zudem mit enormen „inneren Werten“ auf. In wenigen Stunden bis Tagen vervielfacht der keimende Samen seine Inhaltsstoffe.

Für Fans der Superlative ein paar Beispiele: (Studie von Burgholder)

  • In WEIZEN steigt der Vitamin C Gehalt um 600 %
  • HAFER schafft ein Vitamin B2 Plus von 1350 %
  • Und: hochwertiges Eiweiß, Mineralstoffe, Phytoöstrogene und Antioxidantien treten im Verbund mit anderen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen in einer Form auf, die unserem Organismus eine Verwertung ermöglicht, was in diesem Ausmaß bei herkömmlichen Multivitaminprodukten nicht zutrifft.

Also – eröffnet doch euren „Wintergarten“! – ohne Erdarbeiten, Gummistiefel, mit geringem Gerätebedarf und minimalem Zeitaufwand, dafür aber sicherer, reichlicher Ernte, die täglichen Energieschub liefert.

Neugierigen empfehle ich das Einlesen in Bücher zum Thema oder z.B. den unten angeführten Workshop für mehr Hintergrund, Sehen, wie`s gemacht wird, Tipps zur Verarbeitung und hemmungsloses Verkosten!

Ort:  2620 Oberdanegg, Am Sonnhang 10
Kosten: Euro 30.-
Termine:  Sa., 24. Nov. 2012   13-17 Uhr  oder Fr., 04. Jänner 2013 16-18 Uhr

ANMELDUNG unbedingt erforderlich! Bitte über unsere Kontaktseite oder direkt bei Petra PASZKIEWICZ.