Kategorie: Blog-Archiv

Hinweis in eigener Sache:

Sie finden auf meinen Seiten Beiträge, die sich auf meine persönlichen Erfahrungen mit Düften und Kräutern beziehen. Diese Artikel verstehen sich keinesfalls als Ersatz für eine medizinische oder physiotherapeutische Beratung oder Behandlung. Ein Besuch beim Arzt Ihres Vertrauens, bei Ihrem Physiotherapeuten, Ihrem Masseur oder auch Ihrem Apotheker kann dadurch nicht ersetzt werden.

Die in den Beiträgen angeführten Rezepturen stellen lediglich Beispiele dar und auch sie können eine persönliche Beratung nicht ersetzen. Eine fachkundige Beratung und Betreuung ist auch auf dem Gebiet der ätherischen Öle und Kräuter immer eine persönliche Angelegenheit. Sollten Sie meine Rezepte anwenden, so liegt das in Ihrem eigenen Verantwortungsbereich. Ich übernehme dafür keine wie immer geartete Haftung!

Bitte finden Sie hier das Archiv der KräuterKraftKreis Blog-Artikel. Alle aktuellen Artikel finden Sie auf www.kleindienst-john.at.

Der Bäume neue Kleider

Woran erkennen wir, dass der Herbst ins Land gezogen ist? Wir erkennen’s nicht nur am Wetter, sondern auch an den neuen Kleidern der Laubbäume: sie verfärben sich!

Warum tun sie das? Und warum tun die Nadelbäume das nicht (oder tun sie es auch)? Eine gute Frage!

Bleiben wir aber zunächst beim Laubbaum. Man nennt sie auch „sommergrüne“ Pflanzen. Sie unterliegen einem jahresperiodischen Blattwechsel. Bevor die Blätter im Herbst zu fallen beginnen, wird durch ein Phytohormonsystem ein Trenngewebe vorbereitet. Es bildet sich zwischen dem Blattstiel und dem Ansatz am Zweig. In diesem Gewebe vollzieht sich also die Ablösung des Blattes.
Der Baum verabschiedet sich von seinem Blätterkleid, weil im Winter die Wasserversorgung grundsätzlich geringer ist und er dadurch den Wasserverlust über seine Blätter verringern kann. Im Herbst kühlt sich der Boden bereits weitgehend ab und die Wurzeln des Baums können immer weniger Wasser aufnehmen. Wenn es kälter wird, also die Temperatur nahe dem Gefrierpunkt ist, wird die Wasseraufnahme zur Gänze eingestellt. Wenn der Baum seine Blätter behalten würde, würden diese aber weiterhin Wasser verdunsten und der Baum würde quasi verdursten.

herbstlaub3Das erklärt uns aber nicht, warum die Blätter sich zuvor verfärben…
Hier spielt sich ein chemisch-biologischer Vorgang ab, der bedingt durch einen Abbau der Proteine erfolgt. Stickstoff und Phosphat werden in den Speichergeweben des Baums bis zur nächsten Wachstumsperiode zwischengelagert. Das Chlorophyll (wir wissen: das ist das Blattgrün) wird nun bei der Photosynthese mit abgebaut. Das, was wir nun dadurch erkennen können, sind die gelblich-roten Carotinoide des Blattes.
Zu Beginn verliert ein Blatt meist an seinen Rändern das Grün und beginnt sich zu verfärben.

Und warum werden einige Blätter so richtig Rot?

Das hängt ebenfalls mit einem Farbstoff zusammen, mit dem Anthocyan. Warum manche Bäume ihr Blattwerk ins Weinrot verändern, ist nicht ganz klar. Man vermutet, dass die Farbe zur Abschreckung von Insekten dienen könnte, die sonst möglicherweise ihre Eier darauf ablegen wollten.

Anders sieht das bei den Nadelbäumen aus: ihr „Laub“, die Nadeln, sind von einer Art Wachs überzogen, das die Verdunstung verhindern soll. Dadurch können diese „Blätter“ mehrere Jahre überdauern, bevor sie braun abfallen.

Genießen wir also die roten und gelben Farbtupfer in unseren Wäldern, die besonders schön leuchten, wenn sie von den schräg einfallenden Sonnenstrahlen geküßt werden! Möge ein schöner Herbst mit uns sein!

Die sanfte Landschaft

Streuobstwiesen sind typisch für die sanfte Landschaft am Fuße des Gahns. Bei Einzelhöfen findet man die Obstbäume immer direkt rund um die Häuser. Auch heute noch spürt man hier den Einfluss des Erlasses von Kaiserin Maria Theresia: Mit diesem Gesetz hat sie das Steuerrecht geregelt – Hausobst war billig versteuert, Obst von Bäumen, die weiter weg vom Haus gepflanzt wurden, wurden höher angesetzt.

Diese Obststeuer ist zwar bereits vor ca. 150 Jahren gefallen, die Gewohnheit, Bäume in der Nähe der Häuser anzupflanzen, ist jedoch geblieben.

Betrachtet man die meisten der Obstbäume etwas näher, so kann man erkennen, dass das Verhältnis zwischen Höhe und Breite des Baums mit seiner Krone nahezu gleich ist. Demgegenüber stehen die Bäume der umliegenden Wälder, die weitaus höher als breit sind.

Woher kommen unsere Obstbäume?

Viele unserer heute hier beheimateten Obstbäume sind über die legendäre Seidenstraße aus China oder Indien zu uns gekommen. Die wichtigste Stadt an der Seidenstraße war übrigens Alma ata in Vorderasien, die sogenannte „Apfelstadt“, eine Art Umschlagplatz für Waren aller Art. Und darunter natürlich auch Obstbäume!

Die zwischen Buchbach und Gasteil (und dem Gahns natürlich) typischen Terrassierungen sollen lt. archäologischer Überlegungen bereits seit der Keltenzeit hier bestehen. Sie dienten damals – wie auch später noch – bereits als landwirtschaftliche Nutzflächen.
Vom Mittelalter an bis hin zur Zeit Maria Theresias wurde auf diesen fruchtbaren Terrassen Weinbau betrieben (der hier erzeugte Wein soll allerdings – geschichtlichen Berichten zufolge – eher ein Sauerampfer gewesen sein :-) ).

Heute wird das Obst von den Streuobstwiesen vielfach zu Most und Schnaps verarbeitet. Vor allem handelt es sich dabei um köstliche Zwetschken, Äpfel und hantige Mostbirnen.

MaronibaumEine wirkliche Besonderheit unserer Landschaft sind auch die teilweise jahrhunderte alten Edelkastanien. Auch sie profitieren – wie ehemals der Wein – von dem besonders milden Klima, das hier in diesem Vorland zu den Wiener Alpen herrscht…

Die Landschaft rund um Buchbach, Prigglitz und Gasteil

Wie ist die Landschaft rund um Buchbach, Prigglitz und Gasteil eigentlich entstanden? Diese Frage stellen uns unsere Kräuter- und Landschafts-Wanderungs-Gäste immer wieder und ich will versuchen, sie hier einmal zu beantworten.

Wir befinden uns hier in Buchbach geologisch auf einer Grauwacken-Zone, eine kleine Insel im Kalkalpen-Gebiet.
Hier im Bezirk Neunkirchen finden wir vier verschiedene geologische Bauelemente. Rax, Schneeberg, Gahns (an dessen Fuß wir uns genaugenommen befinden) und Hohe Wand gehören zu den Nördlichen Kalkalpen.
Die Grauwackenzone umfasst vor allem die Zone zwischen Gfieder, dem Silbersberg und dem Semmering. (Also auch das Ortsgebiet von Buchbach.)
Dann finden wir die sogenannte „Zentralzone„, dazu gehören Sonnwendstein, Otter, Wechsel und die Bucklige Welt.
Und nicht zu vergessen: das Inneralpine Wiener Becken (mit dem Bereichsteil zwischen Gloggnitz – Würflach – Steinfeld – Straßhof).

Wechsel und Bucklige Welt gehören zu den ältesten erdgeschichtlichen Teilen dieser Region. Sie stammen aus dem Präkambrium, sind also mindestens schon 4.000 Millionen Jahre alt. Hier findet man auch die Semmeringquarzite, die in Penk und Haßbach abgebaut werden.

Bei Vöstenhof, also gar nicht weit von hier, gibt es eine Kristallin-Insel mit Granatglimmerschiefern, Feldspatepidotamphibolit und Serpentin.

Die Gesteine der Nördlichen Kalkalpen sind im Mesozoikum enstanden. Sie sind also zwischen 250 und 65 Millionen Jahren alt. Man unterscheidet zwischen den Gutensteiner Kalken (die blau gefärbt sind und mit weißen Kalzitadern dursetzt), den Wettersteinkalken, der die Hochflächen von Schneeberg und Rax aufbaut (das ist heller Kalk) und dem grauen Dachsteinkalk. (Eine Besonderheit ist der rote Dachsteinkalk, der sogenannte „Hallstätterkalk“, den man auf der Hohen Wand finden kann.)

Vor etwa 24 Millionen Jahren sank das heutige Inneralpine Wiener Becken mit seinem südlichsten Punkt Gloggnitz längs zweier großer Brüche ab (das sind einerseits die Thermenlinie im Westen und die Leithalinie im Osten) und das Meer drang in das Becken ein. In der Folge wurden das Rosalien- und das Leithagebirge zu Inseln in einem warmen Meer. Vor etwa 5 Millionen Jahren begann dieses Meer zu verlanden. Gleichzeitig formte sich die Landschaft, wie wir sie heute kennen. In dieser Zeit brach auch der uns am nächsten liegende Vulkan, der Pauliberg bei Wiesmath, aus. Dieser Vulkan ist heute erloschen.

Es wurde allmählich kälter und die Schneegrenze sank auf ca. 1200 m. Langsam vergletscherten Rax und Schneeberg. Das geschah vor etwa 1,5 Millionen Jahren. Seit dem Ende der letzten Eiszeit sind nun ca. 12.000 Jahre vergangen. Ab diesem Zeitalter beginnt die „Geologische Gegenwart“.

Wandern wir nach Gasteil, so befinden wir uns vornehmlich noch in der Grauwackenzone, die mit dem Gfieder ihren östlichsten Ausläufer bildet. Die Grauwacke entstand im Paläozoikum, also vor ca. 540 – 240 Millionen Jahren.

Was ist Grauwacke?

Grauwacke ist ein Sedimentgestein mit hell- bis dunkelgrauen Farbschattierungen, in vielen Fällen sogar braungrau oder grünlich-grau. Grauwacke enthält eine große Anzahl verschiedenster Erze und diese zogen schon in frühesten Zeiten die Menschen an, waren es doch begehrte Rohstoffe.

Die Landschaft zwischen Semmering, Rax, Schneeberg, Gahns und der Buckligen Welt war daher schon früh geprägt von Bergbau und Holzverarbeitung. Es wurden hier nicht nur Kupfererze abgebaut, sondern u.a. auch Eisenerz, Silber (der Name „Silbersberg“ weist darauf hin), Siderit (das enthält ca. 33 % Eisenerz), Asbest und Pyrit. Damit in Verbindung wurden auch Quarze, Malachit, Hämatit und andere Mineralien gefunden.
Einige ehemalige Bergbaustätten können heute noch besichtigt werden, wie z.B. in Grillenberg oder in Enzenreith (hier gibt es ein Braunkohlebergwerk). Etwas schwieriger ist es, die teilweise überwachsenen kleinen Tagbau-Gewerke zu finden, wie sie in Gasteil, Prigglitz und Buchbach entstanden.

Kleine Erzlagerstätten ziehen sich entlang der Südabhänge von Schneealpe, Rax und Schneeberg bis an den Rand des Wiener Beckens zwischen Gloggnitz und Ternitz hin. Sie liegen alle in der „norischen Decke“ der Grauwackenzone. Die hier vorhandenen Gesteine entstanden vor rund 420 bis 395 Mio. Jahren, also im Paläozoikum (genauer im Silur – von 443 bis 416 Mio. Jahren und im Devon – von 416 – 359 Mio. Jahren). Das Klima war zu dieser Zeit relativ warm und wurde durch einen hohen Anteil an atmosphärischem Kohlendioxid beeinflusst (kommt Ihnen das bekannt vor??).
Grauwacke entstand vor allem durch Meeresablagerungen, aber auch durch vulkanische Gesteine und Karbonate.
Man erkennt diese Gesteine vor allem daran, dass sie eher plattig und geschiefert sind, aber dennoch mittel- bis feinkörnig.

Der Name „Grauwacke“ bezeichnet also das Bauelement der Ostalpen – zwischen den Nördlichen Kalkalpen, deren geologische Basis er ist – und den Zentralalpen im Süden. Die Gesteine der Grauwacke sind relativ weich und daher auch leicht verwitterbar. Darum entstehen hier besonders sanfte, rundliche Geländeformen, oft wald- und wiesenreich. Die daran anschließenden Kalkalpen bilden im Gegensatz dazu schroffe, hohe Felsmassive mit steilen Erosionsrinnen und Geröllfeldern.

Wie schon oben geschrieben, liegen viele unserer Bodenschätze in der Grauwacke verborgen. Vor allem Eisen- und Kupfererze, Magnesit, Graphit, Talk und viele andere mehr wurden hier gefunden. Der Bergbau im oberen Schwarza-Tal wurde bereits in der Bronzezeit (2300 – 750 v. Chr.) betrieben. Ab der mittleren Bronzezeit – so etwa 1600 v. Chr. – wurden hier vor allem Kupfererze geschürft. Durch archäologische Grabungen konnten sogenannte „Rennöfen“ nachgewiesen werden, in denen das Kupfererz gewonnen wurde.

In den Gräberfeldern von Pitten – auf der anderen Talseite der Schwarza – wurden Ziergegenstände und Schmuckstücke gefunden, die vermutlich aus dem Kupfer von Gasteil erzeugt wurden.

 

Raublattgewächse, Teil 2

Beinwell

Ein weiteres Raublattgewächs, das derzeit in Blüte steht, ist der Beinwell (Symphytum officinalis). Er gehört zu meinen Lieblings-Wildkräutern und ich bin sehr glücklich, dass auch er sich ganz freiwillig in meinem Garten angesiedelt hat.

Beinwell ist ebenfalls schon sehr sehr lange in der Volksheilkunde beliebt. Man hat ihn in vergangenen Zeiten vor allem auch als Mittel bei Beinbrüchen eingesetzt – es wurde ihm eine extrem hohe Heilkraft bei allen Brüchen und stumpfen Verletzungen nachgesagt.

Es gibt verschiedene Arten des Beinwell: allein auf Wikipedia wird eine lange Liste davon angegeben. Bei uns hier in Buchbach findet man vor allem den Echten Beinwell (blau blühend) und den Herzblättrigen Beinwell (gelb blühend). In meinem Garten gibt es auch noch eine rosa blühende Form, ich vermute, dass es sich dabei um eine Züchtung handelt.

Ich grabe jedes Jahr ein paar Stücke von Beinwell-Wurzeln aus und verarbeite sie zu heilsamen Salben. Auch der Beinwell enthält Allantoin – wir haben diesen Pflanzeninhaltsstoff bereits beim Lungenkraut kennengelernt. Hier ein kurzer Überblick über seine wichtigsten weiteren Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe
Kaffeesäure
Chlorogensäure
Pyrrolizitinalkaloide

Wegen seiner Pyrrolizitinalkaloide, die je nach Wachstumsfortschritt unterschiedlich hoch in den Teilen der Pflanze enthalten sind, wird grundsätzlich von einer Einnahme abgeraten. Eine äußerliche Anwendung hingegen ist zumeist unbedenklich.

Ich schätze ihn – wie schon oben erwähnt – vor allem als Wirkstoff für meine Beinwellsalbe, die in meinem Freundeskreis und der Familie ihre Wirksamkeit schon oft bei Prellungen und stumpfen Verletzungen unter Beweis gestellt hat. Das Rezept dafür (Sie finden übrigens auch eines in meinem Buch „SOS Hexenschuss„):

1 Stück Beinwell-Wurzel, möglichst frisch, wird sorgfältig unter fließendem Wasser gereinigt und in möglichst kleine Stücke geschnitten. Der Saft der Beinwell-Wurzel ist übrigens ziemlich schleimig und klebrig. Die Stücke werden in ein altes Reinderl gegeben und gut einen halben Finger hoch mit Öl bedeckt. Ich verwende dafür entweder Mandelöl oder Jojobaöl. Auf dem Herd etwa 1 1/2 bis 2 Stunden langsam bei niedrigster Temperatur (max. 60° C) „ausziehen“. Danach lasse ich diese Mischung einfach ausdampfen und für etwa 12 Stunden ruhen, den Topf dabei bitte nur mit einem Küchentuch aus Stoff bedecken. Danach durch ein Stoff-Teesieb abseihen. Dieser Ölauszug wird nun zur Salbe verarbeitet: je nachdem, wieviel Öl ich nun habe, benötige ich die entsprechende Menge Bienenwachs dazu (100 ml Ölauszug – ca. 8 – 10 g Bienenwachs).
Abgefüllt in Glastiegel hält sich diese Salbe gut ein Jahr.

Siehe auch meinen Beitrag über die Herstellung einer Beinwellsalbe… (klick)

 

 

Raublattgewächse, Teil 1

Jetzt blühen sie wieder, die meisten Raublattgewächse. Allen voran Lungenkraut, Beinwell und Vergißmeinnicht. Die anderen werden in Kürze folgen. Spannend ist für mich, dass diese Pflanzenfamilie so umfangreich ist und so viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten bietet. Gehen wir sie mal der Reihe nach ein wenig durch:

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Das Lungenkraut wächst bei mir im Garten. Und als wir vor nun gut 9 Jahren hierher gezogen sind, kam es für mich gerade zur rechten Zeit: hier auf 500 m Seehöhe sollte meine Bronchitis (in langen Jahren in Mödling „aufgebaut“) endlich ausheilen können.

Das Lungenkraut wird schon seit langen Jahren als Volksheilmittel bei allen Beschwerden der Lunge und der Bronchien eingesetzt. Sein Habitus (= Aussehen) gleicht den Lungenbläschen, so sagt man. (Damit sind die weißen Flecken auf seinen Blättern gemeint.) Und die rosa und blauen Blüten sollen das arterielle und venöse Blut darstellen.

Die Blütenfarbe hat einen anderen Hintergrund: es handelt sich bei den rosafarbenen Blüten um solche, die vom pH-Wert her sauer sind. Sie laden die Insekten zur Bestäubung ein. Die blauen Blüten wurden bereits von einer Hummel beispielsweise besucht, sie verfärben sich durch einen alkalischen Prozess – ihr pH-Wert wandert ins Basische. Warum das so ist, darüber weiß man noch viel zu wenig!

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Lungenkrauts kurz zusammengefaßt:
Schleimstoffe (wichtig, weil sie sich über die angegriffenen Schleimhäute des Rachens bei Husten legen können)
Gerbstoffe (wirken adstringierend)
Kieselsäure
Saponine
Flavonoide
und in den Blüten die für die Farbe wichtigen Anthocyane (die übrigens auch auf unser Immunsystem stärkend wirken)
Außerdem findet sich der Wirkstoff Allantoin – eine Stickstoff-Verbindung. Allantoin ist ein Stoff, der besonders auch in der Naturkosmetik gerne für den Zellaufbau der Haut eingesetzt wird. Er ist typisch für die Raublattgewächse.

Der beliebteste Standort für das Pflänzchen ist übrigens im lichten Laubwald (oder so wie bei mir im Garten unter meinen Rosenstöcken). Und es kann bis in die mittelgebirgigen Lagen gefunden werden.

Für Tee empfiehlt es sich, das Lungenkraut geeinsam mit anderen Kräutern zu verwenden. Ich mag folgende Mischung bei Husten, rauem Hals und Heiserkeit besonders gern:
1 Teil Lungenkraut (Blüte und Blatt)
1 Teil Primelblüten oder Himmelschlüsselblüten
1 Teil Huflattich (Blüte und Blatt)
1 Teil Cistus
Davon für Erwachsene 1 Esslöffel in die Teekanne, mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 5-8 Minuten ziehen lassen. Eventuell mit etwas Honig süßen. In kleinen Schlucken trinken.
Für Kinder sollte man lediglich 1 Teelöffel der Mischung verwenden (ab 3 – 4 Jahren, darunter bitte den Huflattich weglassen).

 

 

Ohne Lavendel geht rein gar nichts…

Ja, es ist für mich wirklich so: ohne Lavendel geht rein gar nichts! In unserem Haus finden sich praktisch in jedem Raum Fläschchen mit dem ätherischen Öl des Lavendels…
Mein Mann ist gerne handwerklich tätig, er kocht auch sehr gern, und da bleiben kleinere Verletzungen wohl nicht wirklich aus!

Mit Lavendelöl – ausnahmsweise pur aufgetragen – können kleine Schnittwunden, Verbrennungen und so manches anderes Ungemach relativ rasch wieder „repariert“ werden.

Aber betrachtet man die Pflanzen, so bemerkt man, dass Lavendel nicht gleich Lavendel ist.

Lavendel fein (Lavandula angustifolia)

LavendelDiese Lavendelsorte wird oftmals als die wichtigste angesehen. Er wird auch als „echter Lavendel“ angesehen. Wir haben es dabei mit einer relativ niedrigwüchsigen Pflanze (zwischen 30 – 50 cm hoch) zu tun. Es gibt ihn bereits seit vielen hunderten Jahren – letzthin habe ich gelesen, dass er sogar bereits im alten Ägypten erwähnt wurde.
Er wächst in buschigen Stauden, seine Blüten sind zwischen hell- und dunkelviolett in vielen Farbschattierungen erhältlich. Und: er ist sehr überlebensfreudig – er bildet selbst gerne Samen aus und kann sich daher selbst vermehren.

Seine Wildform – der „Wilde Berglavendel“ – gedeiht am besten in Höhen zwischen 1000 und 2000 m. Die Zuchtformen mögen Höhenlagen zwischen 600 und 1000 m besonders gern (wunderschön blüht er in der Haute Provence). Und: er verträgt auch Kälte gut!

Lavandula angustifolia benötigt eher trockenen Boden, keine Staunässe (die mag er so gar nicht) und man sollte ihn möglichst wenig düngen, wenn man ihn im Garten hat. Er braucht viel Sonne.

Möchte man ätherisches Öl aus dem Lavandula angustifolia gewinnen, so benötigt man etwa 120 kg für 1 kg davon. Das bedeutet auch, dass man relativ viel Hydrolat bei der Wasserdampf-Destillation gewinnt. Dieses Hydrolat hat wunderbare hautpflegende Eigenschaften…

Natürlich gibt es für den Gartenliebhaber verschiedene Sorten dieses Lavendels. Am bekanntesten ist aktuell wohl Hidecote Blue (eine robuste englische Sorte).

Speiklavendel (Lavandula Latifolia)

SpeiklavendelDer Speiklavendel mit seinem kampferartigen Duft und seinen breiten, gezähnten Blättern kommt zumeist aus Spanien, teilweise aus Südfrankreich und auch aus Bulgarien. Er wächst am besten auf Kalk und gerne bis zu einer Höhenlage von ca. 600 m. Auch dieser Lavendel ist grundsätzlich winterhart.
Speiklavendel wird zwischen 80 und 100 cm hoch, manchmal kann man ihn auch als Hochstamm im Gartenhandel beziehen. Sein Blattwerk ist graugrün und er blüht in einem „staubigen“ blau.

Das ätherische Öl dieser Lavendelart wirkt besonders auf die Atemwege ein, hat aber auch eine hervorragende Wirkung gegen Insekten…

Aus dem Lavandula angustifolia und dem Lavandula latifolia ist eine Kreuzung entstanden, die heute sehr häufig als „Lavendel“ verkauft wird, das

Lavandin (Lavandula intermedia)

LavandinLavandin wächst heute vor allem in der Provence und in Spanien, auf einer Seehöhe von maximal 600 m. Er ist in einer geschützten Lage winterhart – in meinem Garten beispielsweise fühlt er sich bereits seit vielen Jahren wohl und gedeiht prächtig! Auch er wächst lieber auf kalkhaltigem Boden (obwohl: wir haben hier bei uns wenig Kalk, dafür umso mehr Grauwacke).

Die Pflanzen werden relativ hoch – zwischen 80 cm und gut 100 – 120 cm. Seine Blüten sind wunderschön violett-blau, allerdings gibt es auch rosa und sogar weiße Sorten. Man braucht für 1 kg ätherisches Öl nur maximal die Hälfte der Pflanzenmenge, wie vom Lavandula angustifolia, was ihn natürlich für die Herstellung interessant macht.

Schopflavendel (Lavandula stoechas)

SchopflavendelUnd dann wäre da noch der Schopflavendel, der mit seinen hübschen Blüten vor allem aus Portugal und Spanien, aber auch aus Südfrankreich und sogar aus Indien kommt. Er wächst am liebsten in der Nähe des Meeres, was ihn eigentlich für unsere Gärten unbrauchbar macht, es sei denn, man gibt nicht auf und kauft sich jedes Jahr neue Pflanzen. Er braucht eher sandigen, sauren Boden, trockene und sonnige Lagen.

Seine Blüten sind irgendwie kompakt und winzig klein, dafür trägt er stolz seine beiden Schmetterlingsflügel-artigen Hochblüten. Auch Schopflavendel erhält man in vielen Farbschattierungen zwischen hellrosa und hellviolett.

Im Garten duftet er nicht wirklich aufregend, ebenso ist sein ätherisches Öl vom Geruch her nicht berauschend… na ja, aber es ist beispielsweise ebenfalls bei Atemwegsproblemen einsetzbar.

Über die ätherischen Öle der verschiedenen Lavendelarten lesen Sie am besten weiter hier (klick!)…

Viele Informationen zum Lavendel finden Sie auch hier (klick!).

Und eine, die sich ganz besonders mit Lavendel in der Küche beschäftigt hat, ist Monika Halmos, die sich dem Thema in ihrem Buch „Veilchen, Rose und Lavendel“ gewidmet hat. Einen Blick ins Buch gibt es hier (klick!).

 

 

In den Kräutern ist die ganze Kraft der Welt

… derjenige, der ihre geheimen Fähigkeiten kennt, ist allmächtig (Altindische Weisheit)

Viele Geschichten gibt es rund um Wildkräuter zu erzählen, einige davon hören Sie bei unseren Kräuterwanderungen und Workshops…

Früher wurden Kräuter aus Sorge um Leib und Leben, aber auch um Haus und Hof, um alles, was mit dem täglichen Leben zu tun hat, verwendet. Man erhoffte sich von den Pflanzen Hilfe gegen Schäden, mit ihrem Rauch sollte der Himmel gnädig gestimmt werden, und vieles anderes mehr.
Man sammelte Kräuter immer zu bestimmten Jahreszeiten, um ihre besondere Heilkraft zu nutzen. Als Beispiel möchte ich hier nur einmal die Johanniskräuter nennen, die um die Zeit vom 24. Juni blühen und gesammelt werden, wie beispielsweise der Quendel, Arnika, die Schafgarbe und natürlich auch das Johanniskraut selbst.

In wenigen Wochen steht der Frühling nun wirklich vor der Tür! Die Tage werden ja bereits wieder merkbar länger und das Leben macht viel mehr Freude, als in der dunklen Winterzeit. Der Garten sendet an so manchem Tag bereits ein fröhliches Lebenszeichen aus und mit jedem Sonnenstrahl möchte man schon im Freien werkeln.

Für die Wohnräume ist jetzt eine Räucherung sehr empfehlenswert. Mit diesem kleinen Ritual reinigen Sie Ihr Zuhause vom „Mief“ des Winters und bringen Frische und neue Kraft in Ihre Räume. Folgende Mischung hat sich dabei recht gut bewährt:

Mischung 2Je 1 Messerspitze Pfefferminzblätter, Salbei, Rosmarin, Lavendel, 1-2 Wacholderbeeren, 2-3 Körnchen arabischer Weihrauch und 1 kleines Stückchen Fichtenharz geben wir in den Mörser, gut zerkleinern und damit die Räume räuchern. Der Duft ist frisch und vertreibt  den Winter!

Lassen Sie es sich gut gehen!

Knospen – Quell der Jugend?

Immer wieder wird mir im Zusammenhang mit meinen Seminaren und Workshops die Frage gestellt, wie das mit den Knospen eigentlich sei…
Ich selbst bin zur Anwendung von Knospen schrittweise hingeführt worden: Als Kind haben wir oftmals Knospen vom Kirschbaum meines Onkels geknabbert, eigentlich völlig unbewußt, was wir da zu uns nehmen. Sie haben mich einfach „angelacht“, mit ihrer glänzend braunen Hülle…

Als damals beinahe noch „frischgebackene“ Energetikerin mit eigener Praxis habe ich in den späten 90er Jahren so ziemlich alles an Literatur zu Pflanzen und ätherischen Ölen verschlungen, was mir so in die Hände fiel. Da gab es über Knospen noch recht wenig zu lesen.
Im Jahr 2004 kam dann das Buch von Barbara Olesko auf den Markt, „Die Kraft der Pflanzen“ heißt es und ist für mich nach wie vor interessantes Nachschlagewerk.
Barbara Olesko schreibt darin über Phytotherapie und im Besonderen über die Gemmotherapie. Und da sind wir beim Thema dieses Blogs angelangt…

Was ist „Gemmotherapie“?

In der Gemmotherapie werden die embryonalen Pflanzenteile verwendet, nämlich in erster Linie Knospen, Triebe und Wurzelspitzen. Sie werden für diese besondere Form der Phytotherapie in pflanzliches Glycerin eingelegt und verarbeitet. Dies erlaubt, dass die pflanzlichen Hormone, Enzyme und Eiweißstoffe sehr gut im Präparat erhalten bleiben.

Schon in der Antike und später auch im Mittelalter, bis herauf in die Neuzeit, wurden aus Fichtenwipferln oder Tannenwipferln Heilmittel hergestellt. Aber nicht nur das: auch die Alchemie beschäftigte sich mit Sprossen und jungen Pflanzenteilen. Man wußte schon damals, dass in diesen Knospen und Sprossen bereits alle Informationen der jeweiligen Pflanze enthalten waren.

In den 70er Jahren begann der belgische Mediziner Dr. Pol Henry, sich gezielt mit Gemmotherapie zu beschäftigen. Er fand eine Möglichkeit, diese „Quintessenz“ der Pflanzen mit Glycerin haltbar und leicht zugänglich zu machen.

Der Stoffwechsel junger Pflanzenteile, also von Sprossen, Knospen, Trieben, ist – wie bereits oben erwähnt – reich an Enzymen und Hormonen, ebenso wie an Eiweiß. Und gerade dieser Eiweißanteil wird von unserem Körper sehr gut „verstanden“. Das bedeutet vor allem auch, dass ein besonderer Heilimpuls von Sprosssen, Trieben und vor allem Knospen auf den menschlichen Körper ausgeht.

Bei der Gemmotherapie werden frisch geschnittene junge Pflanzenteile in Glycerin und Alkohol eingelegt und können nach etwa drei bis vier Wochen bereits eingesetzt werden.

Der Kurs zum Thema findet am Samstag, 13.2.2016 statt. Anmeldungen bitte über das Kontaktformular oder über meine Mailadresse Ingrid@kleindienst-john.at

 

Im Zitrusgarten

Buddhas HandIm Zitrusgarten von Michael Ceron konnten Kurt und ich eine unglaubliche Vielfalt von Zitronen, Grapefruits, Bergamotten, Mandarinen und Orangen bestaunen.

Michael empfing uns sehr herzlich und gleich mit einer Zitrone. Man glaubt gar nicht, wie süß eine am Strauch ausgereifte Zitrone schmecken kann! Die Eindrücke waren nicht nur visueller sondern vor allem auch geschmacklicher Natur. Diese erstaunlichen Früchte können kindskopfgroß werden – auf der anderen Seite sind sie oft nur wenige Zentimeter im Durchmesser.

Am meisten beeindruckte mich die Form und Größe von Buddhas Hand. Interessant dabei ist, dass sich die „Finger“ dieser Pflanze während ihres Wachstums bewegen…

Hier darf ich Euch einige Eindrücke aus dem Zitrusgarten vermitteln:

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Eichen

Ich habe ein gewisses Faible für Eichen, ich gebe es zu! Eichen sind stark und sie können sehr alt werden. In unserer Umgebung gibt es viele Eichen, hier bei Buchbach findet man sie vor allem im Mischwald. Aber es gibt zwei Eichen, die solitär auf einer meiner Lieblingswiesen stehen, kraftvoll und stark. Wie alt sie sind, kann ich nur schätzen. Aber sie haben für mich etwas Saturnisches an sich.Eichen

Eichen besitzen besonders viel Yang-Energie, die Kraft des Jupiters. Ihre Äste sind weit ausladend – die Signatur des Mars. Sie benötigen viel Licht, also auch Sonnensignatur?

Ich habe mich mit der Signatur und den Elementen der Eiche lange Zeit beschäftigt. Einiges davon finden Sie in meinem Buch „Pflanzen und Elemente“ (erschienen im Freya-Verlag 2013).

Die Heilkraft der Eiche liegt vor allem in ihrer Rinde. Eichenrindenextrakt wird vor allem bei chronischen Schleimhautentzündungen und Ekzemen eingesetzt, vor allem auch im Anal- und Genitalbereich (Sitzbäder).
Das erklärt sich aus dem großen Anteil an wasserlöslichen Gerbstoffen, die sich in der Rinde befinden. Eichenrinde ist antiseptisch. Sie können sie auch selbst sammeln: Man schabt sie von Mai bis Anfang Juni von jüngeren Ästen ab. Dann muss sie rasch getrocknet werden. Diese Rinde besitzt noch keine Borke und heißt „Spiegelrinde“.

Aber auch ein Auszug aus den Blättern wird gerne empfohlen, und zwar bei Durchfällen und Harninkontinenz. Man trinkt davon einmal täglich ein Tässchen (nur kurz ziehen lassen!). Äußerlich kann so ein Auszug bei Bindehautentzündung verwendet werden, und in Form eines Bades bei Gebärmutterleiden.

In einem alten Kräuterbuch bin ich ebenfalls fündig geworden: „Eichenlaub…inn Wein gesotten / stillet gewißlich alle bauchflüß / desgleichen der Weiber blödigkeit (Unpässlichkeit) … So jemand von einem gifftigen Thier oder Wurm gestochen were / der trincke gepülvert Eicheln…“ (Hieronymus Bock, 1539).