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Die Gundelrebe (oder auch Gundermann)

Gundelrebe

Glechoma hederacea – die Gundelrebe, so heißt die Pflanze in Österreich. In Deutschland nennt man sie Gundermann, da ist sie männlich. Was soll’s! Wir haben es mit einem Lippenblütler zu tun.

Mit der Gundelrebe haben wir ein altes Heilkraut in Händen, das uns besonders bei Wunden und Schrunden helfen kann. Aber es ist auch ein Kräutlein, das den guten Ruf besitzt, bei Halsentzündungen oder auch Zahnfleischentzündungen Wirkung zu zeigen. Hildegard v. Bingen nannte es das Kräutlein Wohlgemut und empfahl es zur Hebung der Stimmung allgemein. Sebastian Kneipp fand, dass es ein hilfreiches Kraut gegen Blasen- und Darmleiden sei. Leonhard Fuchs schrieb in seinem New kreüterbuch (1543), dass die Pflanze gegen Hüftweh, Gelbsucht, Leberleiden und als harn- und schweißtreibendes Mittel gegen Gifte eingesetzt wurde.

Heute wird die Gundelrebe gegen Abszesse, Tumore und Augenprobleme verwendet und Kräuterkundige der TCM behandeln damit auch Lungenentzündung und Nephritis (= eine chronisch entzündliche Nierenkrankheit).

Rund um unsere Pflanze gibt es regional unterschiedliche Mythen. Das kann man auch als Hinweis sehen, dass die Pflanze bereits bei den germanischen Völkern als Heil- und Zauberpflanze Verwendung fand. Als Heil- und Schutzzauber sollte die Gundelrebe gegen Krankheiten wie Pest wirken, aber auch gegen Hexen und Milchzauber hilfreich sein.

Gundelrebe wird selten im Garten speziell angebaut. Im Gegenteil, sie gehört zu den (Un)Kräutern – ich bezeichne sie lieber als Beikraut – und in der Regel wird sie wild gesammelt. Lediglich in mittelalterlichen Klostergärten wurde sie gelegentlich als Heilpflanze gezogen. Heute findest Du sie auch in Ziergärten – im Handel gibt es sogar mehrere Zuchtformen.

Hier noch ein Rezept für eine deftige Erdäpfelsuppe mit Gundelrebe:
5 große Erdäpfel
1 Karotte
1/2 Sellerie
1 kleine Zwiebel
etwas Öl
100 g Schinkenspeck
3 Handvoll Gundelrebe
1 Handvoll Brennnessel
Erdäpfel und Gemüse würfeln und im Salzwasser weichkochen. Zwiebel und Speck in Öl anrösten, Brennnesseln dazugeben, dann mit ein wenig Mehl stauben und mit Gemüsesuppe aufgießen.