In meinem Garten da tummelt er sich, der Storchenschnabel. Und das gleich in unterschiedlichen Varianten. Es handelt sich dabei vor allem um Unterarten des Stinkenden Storchenschnabels.
Gepflanzt hatte ich lediglich eine Sorte, einen blaublühenden. Es ist der Waldstorchenschnabel (Geranium sylvaticum). Seine Blüten sind relativ groß und attraktiv. Leider ist er aber auch invasiv – das hat mir der Pflanzenhändler damals nicht mitgeteilt. Aber: soll so sein! Die Pflanze überwuchert im Laufe des Sommers ein ganzes Areal und ich muss ihn immer ein wenig reduzieren.

Dann wächst natürlich – uneingeladen! – auch einiges an anderen Storchenschnäbeln in meinem Garten. Da ist zuerst einmal das zierliche Ruprechtskraut (Geranium robertianum). Es hat gefiederte Blätter, die hellrosa Blüte ist tatsächlich nur knopfgroß. Es wurde nach Robert II. benannt. Und es ist eigentlich jenes Kraut, aus dem man den Kinderwunsch-Tee (oder auch -Wein) herstellt.
Der Baskenstorchenschnabel (er wird gern auch als Pyrenäen-Storchenschnabel bezeichnet) hat sich ebenfalls „freiwillig“ in meinen Garten geschlichen. Botanisch heißt er Geranium endressii). Seine Blüte ist etwas größer als jene vom Geranium robertianum. Von der Farbe her ist er stark rosa. Sein Blattwerk ist dunkelgrün, mit einem satten Farbton.
Und dann ist da noch der Balkan-Storchenschnabel (oder Großwurzeliger Storchenschnabel oder Felsen-Storchschnabel), Geranium macrorrhizum. Auch er hat sich einfach in meinem Garten ausgebreitet, woher? Keiner weiß es! Er macht seinem Namen alle Ehre, denn er hat lange Wurzelausläufer, ziemlich dick, die sich oberirdisch dahinschlängeln. Man sieht sie nicht, denn das Blattgrün darüber ist auch im Winter ziemlich dicht.
Die Blütezeit dieser Storchenschnäbel ist unterschiedlich. Aber wie Du sehen kannst, hat sie bereits begonnen. Bei allen.
Und sie sind alle auch erkennbar an ihren Samenständen, die wie Storchenschnäbel in die Höhe stehen.
Tee
Die Frage erhebt sich, ob man Storchenschnäbel auch in der Volksheilkunde verwendet hat. Ja, hat man! Und zwar äußerlich bei entzündlichen Hautproblemen, gegen Rotlauf (!), bei Nervenentzündungen, aber auch z.B. bei Ohrenschmerzen. Dafür hat man den Tee verwendet. Er wirkt auch beruhigend z.B. bei Blasenproblemen als Sitzbad.
Der Tee kann auch als Unterstützung bei Kinderwunsch getrunken werden, da sollte er aber sowohl vom Mann als auch von der Frau genommen werden.
Tinktur, Essenz, Hildegard-Wein
Und dann gibt es noch die Tinktur, die Essenz oder auch den Wein (nach einem Rezept von Hildegard v. Bingen). Die Tinktur nimmt man z.B. bei Lymphstau, bei Brustkrebs, aber auch bei Gicht.
Ungefährliche botanische Verwechslungen
Aber es gibt natürlich auch botanische Verwechslungen: Denn was in Deutschland z.B. als Geranien bezeichnet wird, sind genaugenommen gar keine, es handelt sich bei diesen Pflanzen um Pelargonien! Auch bei den Pelargonien gibt es eine große Anzahl von Unterarten, über die ich Dir sicherlich in der nächsten Zeit gerne erzählen möchte, denn die Pelargonien gehören zu meinen Lieblings-Fensterkistlpflanzen…
Alles über Storchenschnabelgewächse (auch über ihre ätherischen Öle) und Pelargonien (und auch da über ihre ätherischen Öle) kannst Du gern in meinem Webinar hören, das ich für meine Sommer-Heilkräuter-Akademie vorbereite. Wenn es Dich interessiert, melde Dich gerne. Das Webinar ist gratis (und Du kannst später auch die Aufzeichnung dazu sehen).

